Wer dagegen ist, ist Schuld
Schon mehrfach habe ich jetzt von Politikerinnen und Politikern gehört, daß die Bundesregierung Schuld am Irak-Krieg sein soll. Wie es angehen kann, daß diejenigen, die sich gegen einen Krieg einsetzen, an seinem Zustandekommen Schuld sein können, bleiben die Beschuldigenden allerdings schuldig.Soll das heißen, daß eine Unterstützung der US-Regierung, die diesen Krieg in jedem Fall führen wollte, den Krieg verhindert hätte?
Irgendwie ist mir schleierhaft, wie man einen Krieg verhindern kann, indem man ihn unterstützt, statt alles zu versuchen, ihn zu verhindern.
"Wir brauchen die UNO",
sagt Angela Merkel. Aber das war es dann auch, denn die nächsten Sätze beschäftigen sich nur noch damit, daß und warum die USA in ihrem Krieg gegen den Irak ünterstützt werden müsse.Hmm... Die USA war es aber, die sich über die UNO und das Völkerrecht hinwegsetzt. Was denn nun? Für oder gegen UNO? - Oder war das so gemeint, daß die UNO gefälligst den USA zu folgen hat?
Frau Merkel, ist es Ihnen vielleicht entgangen, daß die UNO gerade an dem zerbricht, was Sie so vehement unterstützen? Oder habe ich jetzt wieder was falsch verstanden und der erste Satz war nur ein Lapsus und es fehlte das "nicht"?
Mike's Message
Nachtrag zum vorhergehenden Beitrag:Der Offene Brief, in dem sich Michael Moore schon am 17.03.2003 an George W. Bush gewandt hat, ist auf Mikes Homepage unter obigem Link nachzulesen.
"Shame on You, Mr. Bush!"
Schon im Vorfeld der Oskar-Verleihung wurde bekannt, daß einige der Preisträger sich eventuell zum Irak-Krieg äußern könnten.Michael Moore, der für seinen Film "Bowling for Colombine" den Oskar für den besten Dokumentarfilm bekam, ließ es sich nicht nehmen, nach seinem Dank für den Preis seine Meinung zu den aktuellen Ereignissen zu äußern.
Hier der Versuch einer hoffentlich möglichst nahe am Original liegenden Übersetzung eines Teils der unter dem Link direkt nachzulesenden Dankesrede:
"[...] Wir lieben reale Geschichten, und wir leben in erfundenen Zeiten. Wir leben in einer Zeit, in der wir frei erfundene Wahlergebnisse haben mit denen ein falscher Präsident gewählt wird. Wir haben eine Zeit, in der wir von einem Mann mit frei erfundenen Gründen in den Krieg geschickt werden. [..] wir sind gegen diesen Krieg, Mr. Bush! Schade über Sie, Mr. Bush! Schande über sie, Mr. Bush! [...]"
Der Rest von Moores Rede ging in der einsetzenden Musik praktisch unter.
Auch der Film, für den Michael Moore den Preis in Empfang nahm, hat einen besonderen Bezug zu Bush: Der Film "Bowling for Columbine" setzt sich mit dem Waffenfetischismus (pro Amerikaner mehr als eine Waffe) in den USA auseinander. Gerade Bush jr. aber war es, der den Waffenbesitz mit zu einem Wahlkampfthema machte und sich für den freien Besitz von Waffen einsetzte.
In Zeiten, in denen in den USA wieder schwarze Listen eingeführt werden und die ersten Künstler wegen ihrer politischen Haltung keine Engagements mehr bekommen, ist es besonders wichtig, daß sich die Künstler nicht einschüchtern lassen und so die amerikanische Kultur verarmt.
Bleibt anzumerken, daß sich auch andere Preisträger kritisch äußerten und Moore nicht allein dastand.
