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Hexentanz - Juttas Weblog

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2003-04-30

Löst Arbeiten bis 67 oder länger das Rentenproblem?

Kann das Problem der immer knapper werdenden Rentenreserve wirklich gelöst werden, wenn die Lebensarbeitszeit schrittweise weiter verlängert wird oder das Renteneintrittsalter erhöht?

Konkret bedeutet eine Verlängerung der Lebensarbeitszeit, daß ein gearbeitetes Jahr weniger für die Rente zählt. Die Beamtinnen und Beamten kennen das Problem bereits zu genüge: Viele, die spät im öffentlichen Dienst angefangen sind und keine Bundeswehrzeiten oder Ausbildungszeiten (Studium) anerkannt bekommen, also vor allem Frauen, werden mit 65 nicht die volle Pension erhalten.

Bei Arbeitern und Angestellten werden immer Ausfallzeiten für Ausbildung auch anerkannt, so daß sie ein solches Problem nicht haben. Hier kommt allerdings auch ein Problem auf, daß Mütter, die länger als die Zeit, die sie für die Rente pro Kind anerkannt bekommen, die Kinder betreuen, keine ausreichende Anzahl an Jahren für eine volle Rente zusammenbekommen.

Problematisch wird die Angelegenheit für alle die, die vorzeitig in Rente gehen wollen oder müssen: Sie müssen bei einer Verlängerung der Lebensarbeitszeit immer größere Abstriche hinnehmen.

Wird nur das Renteneintrittsalter erhöht, so scheint das auf den ersten Blick für diejenigen, die Abstriche haben, weil sie nicht genügend Jahre zusammenbekommen, ein Vorteil zu sein. Allerdings ist mit der Erhöhung des Renteneintrittsalters ohne Verlängerung der Lebensarbeitszeit kaum zu rechnen. Und auch sonst wiegt der Vorteil der einen den Nachteil der anderen kaum auf.

Welche Bedeutung aber hat eine solche Maßnahme gesamtwirtschaftlich und auf den Arbeitsmarkt bezogen?

Solange keine Vollbeschäftigung (ausgeglichene Zahlen der offenen Stellen und der Arbeitssuchenden) herrscht, Werden bei einer Erhöhung des Renteneintrittsalters weniger Arbeitsplätze frei, auf die Jüngere nachrücken können. Dies aber bedeutet wiederum eine Erhöhung der Arbeitslosenzahlen und somit eine größere Belastung für die Bundesanstalt für Arbeit. - Deren Kassen sind aber auch leer.

Nun fragt man sich, was der Verschiebebahnhof soll. Betrachtet man dazu aber die Maßnahmen der Agenda 2010, so erhellt sich das Licht etwas. Besonders interessant wird die Angelegenheit bei der Betrachtung der Änderungen des Arbeitslosengeldes und der Arbeitslosenhilfe.

Wird ein Arbeitnehmer mit 54 Jahren arbeitslos, so bezieht er zunächst Arbeitslosengeld und dann Arbeitslosenhilfe - bis zur Rente, wenn er keine neue Arbeit bekommt (was bei 4 Mio. Arbeitslosen ja nun nicht der unwahrscheinlichste Fall ist). Bei der IG Metall (Javascript verärgertes Gesicht) kann man zum Thema zwei Fallrechnungen abrufen. Im Falle der Erhöhung des Rentenalters fällt dann bei der parallelen Änderung in der Arbeitslosenhilfe und beim Arbeitslosengeld der Betrag für die Rente noch geringer aus. Wird der Arbeitnehmer oder die Arbeitnehmerin erst später arbeitslos, so daß es nach heutiger Sachlage keinen oder nur einen geringen Abstrich an der Rente gibt, so fällt diese beim Zusammenwirken der Reformen der Agenda 2010 mit dem späteren Rentenbezug auch geringer aus.

Man sieht, daß es sehr kurzsichtig ist, eine einzelne der Reformen für sich allein zu betrachten. Zusammengenommen ergeben sich tatsächlich erhebliche Einsparungen. Diese gehen aber zu Lasten einer Minderheit, die dann teilweise gleich mehrfach belastet wird.

Mit den Reformen wird die soziale Kluft in Deutschland noch größer werden, als sie es unter der CDU-Regierung bereits geworden ist. Daß die das Problem der allerorten leeren Kassen besser lösen könnte, ist angesichts von Forderungen wie der völligen Streichung von Arbeitslosenhilfe oder Sozialhilfeempfänger, die einen angeblich zumutbaren Job oder sogenannte soziale Arbeit ablehnen von Merz (lt.`RP-Online`_) oder der Forderung des Hessischen Ministerpräsidenten, daß Sozialhilfeempfänger alle (ein Teil tut das schon heute) 7-8 Stunden am Tag arbeiten sollen [1], nicht zu erwarten.

[1]sog. soziale Arbeit für Sozialhilfeempfänger heißt, daß sie irgendeine Hilfstätigkeit ausüben müssen und daran gehindert werden, aktiv auch selbst neben dem Arbeitsamt nach Arbeit zu suchen (Zeitung lesen und hingehen zum Vorstellen ist nicht, weil man erst einen Antrag auf Befreiung von der Arbeit stellten muß).

veröffentlicht um 21:52:32    #

2003-04-28

Der Rollberg - die etwas anderen Nachrichten

Der Rollberg wurde im Januar 2000 von Jörg Kantel vom Schockwellenreiter gegründet. Heute sind inzwischen mehr als 10 Leute an der Redaktion beteiligt.

Der Rollberg rollt auf und gibt Anstöße zum Nachdenken.

Neben vielen Links auf interessante Artikel finden sich Kommentare, Meinungen und auch längere Artikel.

Die Beiträge im Rollberg sind in überwiegend in deutscher Sprache. Bei Verweisen auf fremdsprachige Quellen gibt es oft auch eine deutsche Zusammenfassung.

veröffentlicht um 13:04:32    #

2003-04-27

"Finde mir eine Waffe!"

Sean Legassik vom informage hat in seinem Artikel "Find me a weapon!" vom 24.04.2002 einen interessanten Aspekt in die Diskussion um die nicht auffindbaren Massenvernichtungswaffen gebracht: Warum sollte sich die Irakische Führung die Zeit genommen haben, die Waffen zu zerstören, wenn es ihre nicht einmal gelungen ist, die Reichtümer außer Landes zu schaffen?

veröffentlicht um 21:30:08    #

Trackbacks und Pingbacks

Unter den Titel Trackbacks are bits of string hat Danny Ayers im Raw Blog drei interessante englischsprachige Beiträge zum Thema Trackbacks und Pingbacks gelinkt.

veröffentlicht um 21:01:20    #

Blogrollen

Einige Blogger haben auf ihren Seiten sogenannte Blogrollen abgelegt. Eine Blogrolle ist eine Liste der rss-Feeds, die jemand zum Lesen bezieht (oder eine Auswahl daraus). Die rss-Feeds beziehen sich auf Weblogs oder andere Webseiten, die einen solchen Feed anbieten.

Wenn man ein Weblog gefunden hat, daß einen thematisch interessiert, lohnt es sich manchmal, nachzusehen, ob dort eine Blogrolle zu finden ist, um weitere Weblogs mit Themen, die einen selbst interessieren, aufzuspüren.

veröffentlicht um 20:43:12    #

Neues in "Links für Blogger"

Die Liste wurde erweitert um "Weblogs finden". Hinzugekommen sind:
Weblogs.Com
Weblogs.Com zeigt eine Liste der frisch aktualisierten Weblogs an. Guter Ausgangspunkt fürs Stöbern.
GeoURL
GeoURL erlaubt es, Weblogs in der Nähe eines anderen zu finden. Beim Anmelden des eigenen Weblogs sollte darauf geachtet werden, daß die Koordinaten auch stimmen.
The World as a Blog
The World as a Blog zeigt die Weltkarte von Geoclock mit Punkten für Weblogs, in denen vor kurzem Beiträge gepostet wurden. Erst sind die Punkte rot, dann grün, und irgendwann verschwinden sie wieder. Kommt ein neuer Punkt hinzu, wird kurz ein Exerpt aus dem neuen Beitrag angezeigt und man kann dann auf den Beitrag klicken, um direkt zu dem Blog zu kommen. Angezeigt werden Weblogs, die bei GeoURL oder einer anderen Stelle angemeldet sind.
TopicExchange
Bei TopicExchange haben Blogger verschiedene Themen (Channels) angelegt, die zum einen angepingt und zum anderen per rss-Feed bestellt werden können. PyDS-Benutzer können sich die Channel mit in der Konfiguration eintragen und so bei Postings zu einem der Themen bei TopicExchange einen Ping absetzen.

veröffentlicht um 20:30:24    #

Keine Massenvernichtungswaffen im Irak

Nachdem man im Irak die als Hauptkriegsgrund angegebenen Massenvernichtungswaffen noch immer nicht gefunden hat, gehe man, wie die Tagesschau berichtet, im Weißen Haus davon aus, daß die Massenvernichtungswaffen im Irak kurz vor Kriegsbeginn zerstört wurden.

In der Pressekonferenz am 25.04.2003 sagte Ari Fleischer auf die Nachfrage, ob denn nun damit, daß es offenbar keine Massenvernichtungswaffen gebe, nicht der vorgegebene Kriegsgrund entfallen sei, daß der Präsident gesagt habe sie könnten sie vor Kriegsbeginn zerstört haben.

Auf das viele "könnte" angesprochen und darauf, daß es offenbar nicht sicher gewesen sei, daß zu Kriegsbeginn Waffen vorhanden gewesen seien und dies die entscheidenden Voraussetzungen für den Krieg unterminiere, sagte Ari Fleischer weiter:

[...] Only if you presume that it's possible to destroy something that you never had. And clearly, when the President says that we have evidence now that we are gathering that shows that they may have destroyed some of them on the eve of the war -- they couldn't have destroyed them if they didn't have them. [...]

Zusammengefaßt: Der Journalist hätte recht, wenn man Waffen zerstören könnte, die man nicht gehabt habe. Wenn der Präsident gesagt habe, daß sie die Waffen zerstört haben könnten, so müßten sie welche gehabt haben, weil sie sie sonst ja nicht hätten zerstören können.

Auf weiteres drängen sagte er, daß der Präsident Unterlagen gesehen hätte, die ihn zu dem Schluß geführt hätten, daß die Massenvernichtungswaffen zerstört sein könnten.

Was in den Unterlagen stand, die beweisen sollten, daß der Irak solche Waffen besitzt wissen wir, nachdem sich verschiedene Waffeninspekteure und Blix selbst dazu geäußert haben: Die angeblichen Beweise waren falsch oder gar gefälscht.

Auf diesem Hintergrund und dem offensichtlichen Eiertanz, den die US-Regierung jetzt ausführt, fällt es schwer, nicht anzunehmen, daß man nicht bereits vor dem Krieg gewußt hat, daß es die Waffen garnicht (mehr) gibt. Diverses wurde ja schon unter Aufsicht der Waffeninspekteure unter Blix zerstört.

Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, selbst wenn er die Wahrheit spricht. Aber warum sollten Bush und die Falken plötzlich die Wahrheit sagen, wo man doch offenbar mit Lügen viel weier kommt?

veröffentlicht um 01:05:36    #

2003-04-26

Schmidt will Sterbegeld streichen

Wie die Tagesschau berichtet, will die Gesundheitsministerin das Sterbegeld streichen. Das Sterbegeld wird derzeit gerade von weniger Begüterten dazu verwendet, die beim Tod eines Verwandten zwangsläufig auftretenden Kosten wenigstens zu einem Teil zu decken. Weitere Maßnahmen sollten insgesamt 20 Mrd. Euro einsparen helfen.

Das eigentlich naheliegendste, die Anhebung der Betragsbemessungsgrenzen und damit auch die Anpassung der Obergrenze für die Besserverdienenden ist nicht geplant.

Dabei würde gerade diese Anhebung für mehr Einnahmen sorgen, da damit die Grenze, ab wann Besserverdienende von jeder Mark, die sie mehr verdienen, nur noch Steuern zahlen, heraufgesetzt würde. Mit dem Verzicht auf die Anhebung entlastet man also nicht die Arbeit an sich sondern nur die, die sowieso schon mehr haben als die Durschschnittliche Wählerschaft der SPD. Streichung des Sterbegeldes oder Anhebungen von Zuzahlungen belasten aber alle, also auch die, die sowieso schon wenig haben.

Die Reformversuche der SPD führen ebenso wie die der CDU zu einer Mehrbelstung und Verschlechterung der Gesundheitsversorgung für die Minderverdienenden, ohne gleichzeitig die Steigerung der Kosten des Gesundheitswesens herbeizuführen. Hier wären vermutlich grundsätzliche Überlegungen über die Ursachen angebracht. Und daß die SPD dazu etwas tun kann, hat sie schon einmal bewiesen, als unter der Brandt-Regierung die Vorsorge verbessert wurde und damit Folgekosten vermindert.

Mit der Anhebung der Obergrenze für die Pflichtversicherung und den damit verbundenen Einnahmen würde man zumindest soviel Zeit gewinnen, daß grundsätzlichere Überlegungen greifen könnten.

veröffentlicht um 21:46:08    #

Rürup: Riester-Rente könnte Pflicht werden

Jau, das wäre doch eine Idee zur Ankurbelung der Privatwirtschaft: Die Versicherungsunternehmen verdienen und der Bürger zahlt zwangsweise.

Vielleicht sollt man die Rürup-Kommission mal daran erinnern, daß wir schon eine Pflichtversicherung haben? Die Rentenversicherungen sind verpflichtet, alles wieder zu reinvestieren. Versicherungen, die bei Privatunternehmen abgeschlossen werden, sollen aber einen Gewinn erwirtschaften, der dann nicht in Form einer Rente an die Versicherten zurückfließt.

Angesichts der derzeitigen wirtschaftlichen Lage und der Unsicherheit, was man dann abschließen soll, ist es kein Wunder, daß die Leute sich nicht entscheiden können. Günstiger für alle wäre es sicher gewesen, alles beim Alten zu lassen und auf die Teilung der Altersvorsorge in einen privaten und den gesetztlichen Teil zu splitten.

Das derzeitige Verfahren kostet öffentliche Gelder und auch das Geld der Versicherten. Die einzigen, die daran gewinnen, sind die Arbeitgeber und die Versicherungsunternehmen. Und wie man weiß, ist die Wirtschaft unersättlich. Am liebsten würden sie sehen, daß alle Arbeitgeberanteile völlig entfallen. Dei Arbeitnehmer müßten sich dann irgendwann komplett privat versichern und die MitarbeiterInnen in der Arbeiterrentenversicherung und der Angestelltenversicherung würden auch noch ihre Arbeit verlieren.

Aber wir dürfen uns gewiß sein: Auch dann würde kein einziger neuer Arbeitsplatz in der "freien" Wirtschaft geschaffen, weil es der Wirtschaft doch so schlecht geht. Nun ja, sie uns das schon so lange ein, daß sie es vermutlich inzwischen selbst glauben. Und wie man von den Horoskopen weiß: Wenn man nur stark genug daran glaubt, tritt alles Schlechte auch ein - man steuert selbst darauf hin.

veröffentlicht um 21:20:32    #

Links für Blogger

Auf der obigen Seite habe ich begonnen Links rund um das Blogging zusammenszustellen. Die Liste enthält Links zu Suchmaschinen, Hostern, Programmen und andere zentrale Stellen, die vielleicht von Interesse sein könnten, um z. B. andere Weblogs, die einen interessieren aufzufinden.

Bisher ist die Liste klein, sie wird aber laufend erweitert.

veröffentlicht um 18:26:40    #

Die Welt als Blog und die geographischen Kennnisse der Blogger

Es ist schon wirlich lustig, welche Koordinaten die Leute teilweise für ihre Weblogs bei GeoURL angeben. Geoblog macht den Unsinn sichtbar, wenn neue Postings kommen. Da findet sich z. B. ein Weblog in Indischen Ozean mitten im oder direkt neben einer der tiefsten Stellen vor der afrikanischen Küste. Oder ein Weblog, daß vermutlich in Montana liegt, erscheint mitten in der Mongolei.

Macht frau sich den Spaß und guckt nach, was denn so in der Nähe von http://www.baviaan.net liegt, so erfährt sie, daß ein Weblog in Belgien 49 Meilen westlich und eines in Mogadishu (hat offenbar die Koordinaten richtig angegeben) 485 Meilen westlich liegen. In Wirklichkeit dürfte das Weblog aber in der Nähe oder in Hoek van Holland lokalisiert sein. Die Studenten der Uni Konstanz sind offenbar in der Geographie auch nicht so bewandert, haben sie doch ihr Weblog auf einem Längengrad von 9.177 angegeben.

Hier also nochmal für alle: Breitengrade (Latitude) geben an, wie weit man vom Äquator weg ist. Längengrade (Longitude) geben an, wie weit man östlich oder westlich des Nullmeridians, der durch Greenwich geht, ist. Bei GeoURL wird zuerst der Breitengrad (in Deutschland die größere Zahl) eingegeben und dann der Längengrad (in Deutschland die kleinere Zahl).

Verdreht man die Zahlen oder verwechselt Ost und West, so landet ein Weblog in den Niederlanden dann eben im Indischen Ozean, Montana in der Mongolei und die Uni Konstanz in Somalia oder direkt vor desen Küste auch im Indischen Ozean. - So wird die Welt wirklich klein. zwinkerndes Gesicht

veröffentlicht um 15:13:36    #

Strukturierter Text mit PyDS

Ursprünglich nur für mich selbst zum Nachsehen habe ich eine kleine Anleitung zur Verwendung von Strukturiertem Text in Python Desktop Server geschrieben. Inzwischen ist sie derart gewachsen, daß sie vielleicht auch anderen von Nutzen sein kann und ich habe den Text deshalb veröffentlicht.

Unterhalb des Textes befindet sich der gesamte Source, so daß man sehen kann, was ich eingetippt habe, um die Anleitung zu erzeugen.

veröffentlicht um 14:28:48    #

2003-04-24

The world as a blog

Bei Brain Off habe ich zum Thema noch zwei Links zu englischsprachigen Artikeln im Guardian und im Economist gefunden.

veröffentlicht um 23:49:52    #

Verweise nach Einbau eines Logos gegen den Krieg entfernt - Zufall?

Ist es nun Zufall oder nicht? Jedenfalls wurden kurz nach dem Einbau eines Images gegen den Irak-Krieg auf der zugehörigen Homepage zur schon seit längerer zeit veralteten Wine-HOWTO offenbar Links anderer Sites auf sie entfernt.

Verschiedentlich wurde ja schon an anderer Stelle berichtet, daß die Stellungnahmen gegen den Krieg zu Konsequenzen geführt haben. Traurig an der Stelle ist, daß gerade die US-Amerikaner immer die Fahne der Meinungsfreiheit in die Höhe halten und doch offensichtlich nicht wirklich Meinungsfreiheit meinen oder sich etwas einflüstern lassen was unter Meinungsfreiheit zu verstehen ist.

Die Frage bei der Meinungsfreiheit ist immer: Wessen Meinung ist frei? Während Faschisten offenbar ihre "Meinung", d. h. Verbreitung von Rassenhaß und menschenfeindlichen Ideologien ohne Probleme verbreiten dürfen, stoßen Kriegsgegner Beschränkungen.

Wenn Links zu einer privaten Site entfernt werden, so mag das einfach nur kindisch sein. Wenn aber Open Source Projekte ihre Unterstützung verlieren und Unternehmen keine Aufträge bekommen, weil sie zu den Kriegsgegnern gehören, dann liegt offensichtlich die Waage völlig schief und wir müssen uns Gedanken machen, wie es um unsere Freiheit bestellt ist und in welche Richtung sich die Gesellschaft in Zukunft bewegt.

veröffentlicht um 21:55:44    #

2003-04-22

Pulverfaß Naher Osten

Auch eine andere Warnung der Kriegsgegner kann nicht zerstreut werden: Der Angriff würde die Region zu einem Pulverfaß machen.

Keiner hat behauptet, daß es noch während des Krieges oder kurz danach zu einer Explosion dieses Pulverfasses kommen würde. Klar ist aber, daß der Angriff den extremen Islamisten in der Region auftrieb gegeben hat. Damit wird die sehr empfindliche Stabilität - sofern man überhaupt von einer solchen reden kann - der Region erheblich gefährdet.

Bekannt ist auch, daß Israel die Situation wie bereits 1991 ausgenutzt hat und weitere bewaffnete Vorstöße in das Palästinensergebiet unternommen hat, während die Augen der Weltöffentlichkeit auf den Irak gerichtet waren, gab es eine Reihe von Toten auf palästinensischer Seite. Auch dies treibt die verzweifelten Menschen in die Hände der islamistischen Extremisten.

Aus dem Iran werden Berichte laut, daß das dortige Regime die Gelegenheit nutzte, um Regimegegner zu beseitigen.

All dies zeigt, daß keinesfalls die Rede davon sein kann, daß ja alles noch mal glimpflich abgelaufen wäre.

Es wäre verfrüht, zu versuchen, jetzt schon eine Bilanz zu ziehen, aber eines ist klar: Besser ist die Welt durch diesen Krieg sicher nicht geworden und friedlicher auch nicht.

Länder, die sich von den USA bedroht fühlen, können nicht mehr auf die Völkergemeinschaft vertrauen und werden vermehrt hochrüsten und insbesonder versuchen, sich Atomwaffen zu beschaffen, die Zahl der von radikalen Islamisten und faschistisch geführten Länder wird langfristig zunehmen und wir werden mit der Gefahr leben müssen, daß die USA völkerrechswidrige Angriffe wie den gegen den Irak wiederholen werden, nachdem sie offensichtlich das Vietnam-Trauma abgelegt haben.

veröffentlicht um 21:58:56    #

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