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2003-04-13

Warum die US-Armee keine Rücksicht auf zivile Einrichtungen nimmt

Jetzt wissen wir es: Die Irakische Regierung ist Schuld, daß US-Soldaten auf zivile Einrichtungen feuern.

Wie schon der Militärsprecher nach dem Angriff auf das Hotel Palestine ständig wiederholte: die irakische Armee habe die Angewoheit, sich hinter Zivilisten und in zivilen Einrichtungen zu verstecken.

Nun liefert Pierre-Richard Prosper (Ambassador-at-Large for War Crimes Issues) den Grund für das Schießen auf Zivilisten nach und beschuldigt dafür den Irak.

Im Opening Statement Before the Senate Committee on Governmental Affairs heißt es unter anderem:

  • Wiederholtes Benutzen menschlicher Schutzschilder, mit der Konsequenz ihres Todes
  • Unterbringen signifikanter Mengen von militärischen Waffen in der Nähe ziviler Gebäude wie Krankenhäuser, Schulen, Moscheen und historscher Stätten
  • Benutzung von Krankenwagen für Todesschwadronen und andere irreguläre Kämpfer

Diese Feststellungen allein mögen ja eine Schuld des Regimes dokumentieren. Allerdings geben sie gemäß Genfer Abkommen kein Recht, präventiv auf zivile Einrichtungen und Fahrzeuge zu feuern. Ein solches Recht scheint sich aber die US-Armee zu nehmen, wenn sie auch im Zusammenhang mit Angriffen auf das Hotel Palestine und andere Angriffe auf Zivilisten immer wieder die "Angewohnheit" der Iraker betont.

veröffentlicht um 20:04:48    #

Die Wiege der Kultur ein Trümmerfeld, aber die Bohrtürme sind heil

Sicher haben die Kulturdenkmäler an Euprat und Tigris nicht die Bedeutung für das Leben von Menschen wie die inzwischen 29 durch Plünderungen zerstörten Krankenhäuser in Bagdad - und doch sind auch sie schützenswert. Darauf, daß eine Besatzungsmacht oder eine Kriegführende Partei nach dem Genfer Abkommen verpflichtet ist, für den Schutz von Zivilpersonen zu sorgen, wurde schon vielfach hingewiesen. insbesondere die US-Truppen verstoßen fortwährend gegen diese Verpflichtung.

Das Nationalmuseum ist (oder besser war) ein Museum mit einem in der Welt einzigartigem Bestand, wie die Konservatorin für die Altertümer des Nahen Ostens im Britischen Museum in London, Dominique Collon, in einem Interview mit der Welt am 05.04.2003 sagt.

Erst am 20.04.2000 wurde das Museum nach Wiederhherstellung nach dem ersten Golfkrieg 1991 wieder eröffnet. Nun wurde nach einem andern Museum auch das Nationalmuseum in Bagdad Opfer von Plünderern. Viele der Exponate, die nicht vor dem Krieg außerhab des Iraks in Sicherheit gebracht werden konnten, sind unwiederbringlich zerstört oder entwendet.

Bereits während des Golfkrieges 1991 wurden viele Kulturgüter, die unter dem Schutz der UNESCO stehen, stark beschädigt. Neun Museen wurden geplündert und mehr als 4000 Exponate gestohlen, wie Aspekte am 21.03.2003 berichtete. Nun droht den Kulturgütern, die mehr als 7.000 Jahre die Zeit überdauerten, weitere Zerstörung.

Während Bohrtürme und Raffinerien von den US-Truppen geschützt werden, scheinen Krankenhäuser und unser aller Kulturerbe (auch das der Amerikaner) nicht besonders schützenswert zu sein.

Weiterführende Links:

veröffentlicht um 19:45:36    #

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