Der Rollberg rollt wieder
Nachdem Strato die MySQL-Datenbank für die Kunden offenbar mangels Wartung und Fehlerbehebung hat völlig zersschreddern lassen, bis auch aus den Backups nichts mehr wieder herstellbar war, ist das mitbetroffene Weblog Rollberg nun auf einem anderen Server wieder online.Der Rollberg ist bis zur Umdelegation der Domain vorübergehend unter der URL http://kantel.server-wg.de/rollberg/ zu erreichen.
Altlasten der Briten: Britische Besatzer unterstützten Mörder
Nordirland wird gerade in den jetztigen Kriegszeiten als Musterbeispiel dafür angebracht, wie die Briten doch zum Frieden in der Welt beitragen.
Was schon von den Dächern gepfiffen wurde, jetzt ist es amtlich: In Britische Besatzer unterstützten protestantische Mörder berichtet der Spiegel über die Vorlage eines offiziellen Untersuchungsberichtes über die Zusammenarbeit der britischen Besatzer mit der Ulster Defence Association (UDA), einer der größten paramilitärischen Gruppen in Nordirland. Die UDA hat eine Reihe von politischen Morden und Überfällen auf nordirische Gewerkschafter und Unterstützer der Bewegungen für die Befreiung von Großbritannien zu verantworten.
Zum Hintergrund: Auch wenn immer wieder versucht wird, aus den Nordirland-Konflikt in einen Religionskrieg umzudefinieren, so ist doch die Religionszugehörigkeit nicht der vorwiegende Konfliktstoff. Als Irland unabhängig wurde, war Nordirland wegen seiner Industrie weiterhin von Großbritannien besetzt. Dabei waren die Fabrikherren, also die Kapitalbesitzer Briten und die Arbeiter eben Iren. Irland ist aber überwiegend katholisch und Großbritannien hat sich schon früh von der römisch-katholischen Kirche getrennt, so daß diejenigen, die die Besatzer in Nordirland waren, auch überwiegend der anglikanischen Kirche angehörten. Wegen der Zugehörigekeit der Konfliktparteien zu einer Kirche wurde dann auch um die soziale Komponente herunterzuspielen und vom Problem der Besatzung abzulenken, aus dem Konflikt in der öffentlichen Darstellung ein Religionskonflikt gemacht.
Nichtsdestotrotz ist der Nordirlandkonflikt ein Besipiel für die religiöse Verbrämung von eigentlich wirtschaftlichen, politischen und sozialen Konflikten.
SPD-Linke warnt vor Scheitern der Regierung
Wie so viele Male steht die SPD wieder an einem Scheideweg.Aber eigentlich war die Entscheidung schon gefallen, als man Schröder, der eher zu den konservativen in der SPD zu zählen ist, zum Kanzlerkandidaten kürte. Entweder sind jetzt einige SPD-Mitglieder aus ihrem Teifschlaf aufgewacht oder es bewegt sich doch wieder etwas Neues in der SPD.
Erschreckend bei den "Reformen" ist nicht nur, daß sie entgegen dem Namen der SPD vorwiegend aus der Demontage des sozialen Systems bestehen. Erschreckend ist auch, daß sie durch ihre Art geeignet sind, in Teilen eher das Gegenteil von dem zu erreichen, was sie sollen. So wird der Abbau des Kündigungsschutzes genausowenig Arbeitsplätze schaffen, wie er es unter der Vorgängerregierung getan hat. Auch wird eine Gesundheitsreform, die speziell auch bei der Vorsorge erhebliche Einschränkungen beinhaltet, sicher nicht langfristig die Kosten des Gesundheitssystems senken.
Aber solange auch noch in SPD-regierten Gemeinden Industrieneuansiedlung in der Form von Umzug unter Verkleinerung der Belegschaft aus öffentlichen Geldern finanziert wird (Übernahme der Erschließungskosten), braucht man sich wohl nicht zu wundern.
Und dann war da noch die Demokratie: "Parteien wirken an der politischen Willensbildung des Volkes mit" kann man auf unterschiedliche Weise verstehen. Die eine variante ist: Einmal gewählt, bestimmt der Vorstand, was die Mitglieder dem Volk weiszumachen haben... Und da man tunlichst darauf achtet, daß kein imperatives Mandat besteht, müssen Plitiker alles tun, daß der Verdacht nicht aufkommt, sie würden sich von der Basis beeinflussen lassen. Wenn man dagegen tut, was die Lobbyisten wollen, kann sich keiner beschweren...
Wie heißt es so schön im Grundgesetz: "Der Bundeskanzler bestimmt die Leitlinien der Politik". Wer maßt sich an, daran zu rütteln?
Waldbrand ist kein Osterfeuer
Erst seit Dienstag wird in NRW (auch für die Umgebung von Münster) verstärkt vor Waldbränden gewarnt.Traurig in diesem Zusammenhang ist, daß man den Menschen bei großer Wärme und Trockenheit überhaupt erst sagen muß, daß sie keine brennenden Zigaretten aus dem Auto oder im Wald wegwerfen sollen.
Kein Abfall - weder brennender oder brennbarer noch anderer - gehört in die Böschung oder irgendwo in die Landschaft, und dabei ist es egal, ob es warm und trocken ist oder gerade schneit oder regnet. - Aber vermutlich werden einige Mitbürger das erst merken, wenn sie feststellen, daß es keine Wälder mehr gibt und man sich auch nirgends mehr auf die Wiese oder den Strand legen kann, ohne sich am Müll der Vorgänger zu verletzen oder zu beschmutzen.
Und wie lernen schon die kleinen Kinder: Glas kann als Brennglas wirken und mit Feuer spielt man nicht.
Umzug muensterland.org auf eine neue Maschine
Der Hexentanz zieht natürlich mit um. Zu größeren Unterbrechungen sollte es dabei eigentlich nicht kommen.Unbezahlte Werbung durch Verlinkung oder "Wie bringe ich einen kommerziellen Weblogserver erfolgreich an den Start?"
Es ist schon erstaunlich, wie gut manche Mechanismen in der Wirtschaft funktionieren.Um einen kommerziellen Weblogserver an den Start zu bringen, braucht man nicht viel zu tun, wenn man es nur geschickt genug anfängt. Wenn eines der Gründungsmitglieder für die künftige AG ein erfolgreicher Teilnehmer am neuen Markt war, hilft das sehr. Da stört es dann auch wenig, wenn die Aktien des Unternehmens, mit dem dieser Jungunternehmer einst reich wurde, am Ende völlig in den Keller gegangen sind. Die vielen Artikel, die den kometenhaften Aufstieg beschreiben, bleiben.
Mit dieser Grundausstattung ist es ein Leichtes, Journalisten für das Einbauen des neuen Unternehmens an vorderster Stelle zu gewinnen. Sind diese Artikel dann auch noch von Unwissenheit getrübt, so kann man sicher sein, daß die Webloggergemeinde darauf anspringt und den kommerziellen Server ausreichend verlinkt und Neugierige heranschafft. - Die Verlinkung in Artikeln ist dabei unter Umständen noch wirksamer als Bannerwerbung, die ja von vielen garnicht mehr gelesen wird.
Schreibt man jetzt in irgendwelchen Weblogs noch eigene Kommentare und verlinkt dort auf einen Beitrag auf dem eigenen Server, so kann man sicher sein, daß sie schon kommen werden, die Weblog-Leser. Und wenn man dann die Besucher auch zwingt, sich anzumelden statt ihnen den freien Zugang zum Lesen zu geben, wie das andere Weblogs machen, so kann man sicher sein, daß man anschließend wieder mit steigenden Anmeldezahlen aufwarten kann, auch wenn vielleicht viele der Angemeldeten einfach nur einen Artikel lesen oder kommentieren wollten.
So einfach ist das. Und die Weblogger (selbst die, die sich über reißerische von keinem bißchen Kenntnis getrübten amüsieren oder aufregen) machen alle fleißig mit. - Billiger kann man die Werbung nun wirklich nicht bekommen.
Ein weitere interessanter Effekt ist zu erkennen: Man muß die Leute neugierig machen. Wenn die Neugierde groß genug ist, kann man sie durch Anmeldehürden auch gleich noch steigern und findet dann wiederum in nichtkommerziellen Weblogs Artikel, in denen etwas von "das soll wohl so eine richtige Community werden, ich habe mir da mal ein Weblog eingerichtet" steht. Community (Gemeinschaft) ist das richtige Reizwort. Das ist etwas, das die Leute in unserer Ellenbogengesellschaft vermissen.
Daß man diese Gemeinschaft auch dort finden kann, wo freie Weblogserver (muensterland.org ist nur ein sehr kleiner und unbedeutender, es gibt mehr und größere) betrieben werden oder wo die Weblogserver zumindest dieselben Möglichkeiten wie in den freien bieten (freier Lese- und Kommentarzugang) - wen schert es?
