Mehr als sieben von 1000 Amerikanern sitzen im Knast
Wie Telepolis unter dem Titel Erstmals mehr als 2 Millionen Strafgefangene berichtet, sitzen in den USA mehr Menschen in Gefängnissen als in jedem anderen Land der Welt. Mit einer Zahl von 2.019.234 Menschen in Bundesgefängnissen und lokalen Gefängnissen Mitte 2002 sind das mehr als 0,7 % der Bevölkerung. Zum Vergleich: In Deutschland betrug im März 2002 die Zahl der Strafgefangenen laut statistischem Bundesamt 60.742 bei 82 Mio. Einwohnern. Selbst wenn man kurzfristig festgehaltene Personen und Untersuchungshäftlinge hinzurechnet, dürfte der Anteil der arretierten Personen in Deutschland also noch weit unter 0,1 % liegen.
Besonders interessant werden die Zahlen, wenn man die ethnische Herkunft der Strafgefangenen betrachtet: Auf 100.000 farbige (black) Einwohner der USA kommen Ende 2001 3.535 Verurteilte, das sind 3,5 % der schwarzen Bevölkerung (wie auch immer in den USA "black" definiert wird. Bei der weißen Bevölkerung gibt es nur 462 verurteilte Strafgefangene auf 100.000 als weiß definierte Einwohner.
In den lokalen "Jails" liegt der Anteil der Schwarzen wesentlich niedriger (fünfmal so hoch wie bei Weißen). Das heißt, daß dunkelhäutige Amerikaner nicht nur häufiger zu Gefängnisstrafen verurteilt werden sondern auch zu längern.
Selbst wenn man davon ausgehen kann, daß Weiße im Durchschnitt in den USA auch lange nach Aufhebung der Rassentrennung noch wesentlich besser situiert sind, ist kaum anzunehmen, daß Schwarze fast 20fach so kriminell sind wie Weiße.
In einem anderen Teil der Statistiken wird ein Vergleich zwischen der Verwendung von Schußwaffen im Zusammenhang mit Verbrechen in den USA und England und Wales angestellt. Hier zeigt sich klar die Auswirkung, daß in den USA Schußwaffen zum normalen Leben gehören: Der Anteil liegt in den USA etwa 10mal so hoch wie in England und Wales, wo die Verwendung von Schußwaffen unter 10% liegt. - "Bowling for Columbine" läßt grüßen.
