Realitätsverlust bei Bush?
Im Artikel There is no spoon... zitiert "Back in Iraq" Präsident Bush mit seiner Äußerung, daß Saddam sehr wohl ein Programm für Massenvernichtungswaffen gehabt habe und daß man ihn aus dem Land jagen mußte, weil er die UN-Waffeninspekteure nicht ins Land gelassen habe.
Nun ja, angesichts der Tatsache, daß es der Präsident war, der die Waffeninspekteure aufgefordert hat, den Irak zu verlassen, und die sogenannten Beweise, die als Kriegsgrund genannt wurden, nach und nach zerbröseln, stellt man sich die Frage, ob Bush jemals einen Realitätssinn hatte oder ob diese Unwahrheit jetzt schlicht Berechnung ist, wie alle anderen bisher geäußerten Unwahrheiten.
Blix hat gesagt, die Inspekteure bräuchten mehr Zeit. Das von Blix geforderte halbe Jahr ist nun inzwischen bald vorbei. Doch im Gegensatz zu den Waffeninspekteuren hat die US-Armee bisher überhaupt keine Massenvernichtungswaffen oder Rohstoffe dafür gefunden. Mag sein, daß das daran liegt, daß sie im Gegensatz zu den Inspekteuren eher auf die gefälschten Beweise vertrauen. Andersherum kann es aber auch sein, daß der Irak inzwischen bereits fast völlig entwaffnet war. Und es liegt auch nicht sehr fern, daß die USA dies sehr wohl wußten und den Krieg begannen, weil sie den lange vorbereiteten Schlag nicht mehr hätten öffentlich verargumentieren können.
Wir erinnern uns: Schon vor dem Krieg wurde von vielen die Befürchtung geäußert, daß es der US-Führung überhaupt nicht um die angeblichen Massenvernichtungswaffen ging sondern um eine Ausweitung des Einflusses in der Region.
Interessant an dieser Stelle auch, daß die Äußerung Bushs offenbar in den US-Medien nicht derart stark wahrgenommen wurde, wie hierzulande.
