Wohin mit der Erinnerung? - Der Streit um Deutsche als Opfer
Über dieses Thema diskutierten in den Aschaffenburger Gesprächen, die über Phoenix ausgestrahlt wurden, die Gäste unter der Moderation von Guido Knopp.
Ralph Giordano drückt das aus, was auch viele derer denken, die die Vertriebenenverbände zu vertreten behaupten: Man darf nie vergessen, wer der eigentliche Verursacher des ganzen Leides gewesen ist: Der deutsche nationalsozialismus.
Ralph Giordano, Journalist und Schriftsteller, ist Zeitzeuge und setzt sich immer wieder für eine Aufarbeitung des Nationalsozialismus ein. Als Überlebender der "Aktion Gomorrha" in Hamburg weiß er, wovon er redet, wenn er auch die deutschen Opfer immer im Zusammenhang mit dem ursprünglichen Auslöser sieht.
Wer sich viel mit Zeitzeugen auseinandergesetzt hat, weiß, daß die Mehrheit derer, die selbst Opfer wurden, nicht die von den Vertriebenenverbänden verbreiteten Meinungen teilen. Auch ist die Behauptung falsch, daß der Opfer nicht gedacht wird.
Wir trauern um alle Opfer. Aber wir müssen uns dabei unserer besonderen Verantwortung als Deutsche bewußt sein und dürfen nicht einen kleinen Teil der deutschen Opfer in den Vordergrund stellen. Und ganz bestimmt dürfen wir nicht die vorrückenden Alliierten und die Menschen aus den Ländern, die Deutschland vorher okkupiert hat, zu den Haupttätern machen.
