Nachgelesen: Harold Pinter's Nobel Lecture
In seinen Notes vom 12.11.2005 weist Richard auf die Rede Harold Pinters anläßlich der Verleihung des Nobelpreises für Literatur 2005 an ihn hin. Harold Pinter wurde auch in Deutschland durch Stücke wie "Der Hausmeister" bekannt.
Aus der Laudatio zum Nobelpreis:
With his twenty-nine plays and about a hundred that he has directed or acted in, he has made the theatre his own domain. His figures barricade themselves in unpredictable dialogues. Between the lines of unresolved threats, it roils and stings. What we hear are signals for everything we do not hear.
The abyss under chat, the unwillingness to communicate other than superficially, the need to rule and mislead, the suffocating sensation of accidents bubbling under the quotidian, the nervous perception that a dangerous story has been censored - all this vibrates through Pinter's drama.
His characters are at the mercy of each other on the periphery of life. They are also prisoners in the limbo of class divisions, set phrases and solidified habits. Their identities, backgrounds and histories are vague, and different versions exist depending on who is remembering. They seldom listen to each other but it is precisely their mental deafness that makes us listen. Not a word passes unnoticed, nor can we relax a single minute. Atmospheric pressure fluctuates as secrets unroll and shift the distribution of power.
Weitere Informationen und auch der Link zu den Einträgen der Deutschen Bibliothek finden sich im Artikel zu Harold Pinter bei Wikipedia
EU-Parlamentarier rechtfertigen massive Telekommunikationsüberwachung
Das kalte Grausen läuft einem bei den Plänen der EU-Parlamentarier über den Rücken.
Wenn Frau Gebhardt laut Heise-Ticker:
Gebhardt begründet die Zustimmung zur pauschalen Überwachung zudem mit zwei Vergleichen: So gebe jeder, der heute einen Brief verschicke, damit auch die dazu gehörenden "Verkehrsdaten" in Form von Absender und Empfänger etwa an den Postboten preis. Jeder Autofahrer müsse sich ferner bewusst sein, dass seine Fahrzeughalterdaten immer schon gespeichert und etwa beim Blitzen an einer roten Ampel ermittelt und für eine Untersuchung herangezogen werden dürften.
Nun, dieser Vergleich hinkt. Das Seichern der verbindungsdaten entspricht keineswegs der Bekanntgabe der Absender- und Zieladresse an den Postboten oder der Speicherung der Kfz-Halterdaten. Das sollte eigentlich auch dem Dümmsten Menschen klar sein.
Weder speichert der Postbote die im durch die Briefzustellung bekanntgewordenen Daten noch hat er oft überhaupt eine Ahnung, wer der Absender ist. Bekannt ist nur, an welchem Postamt laut Poststempel der Brief eingeliefert wurde. Das kann durchaus bedeuten: Der Brief wurde irgendwo in Hamburg in den Briefkasten gesteckt.
Gleiches gilt für die Speicherung der Halterdaten für Kraftfahrzeuge: Davon daß meine Halterdaten irgendwo festgehalten sind, weiß noch lange keiner, wann wer wo mit dem Auto hingefahren ist und glücklicherweise steht noch nicht an jeder Straßenecke eine Kamera, die jedes Auto festhält und dessen Bewegungen zentral abspeichert. Genau das würde aber einer totalen Überwachung, wie sie jetzt im EU-Parlament durchgepeitscht wird, entsprechen.
Es ist schon traurig, wenn ein Parlament unsere Freiheitsrechte derart angreift - völlig unabhängig davon, ob die aufkommende Datenflut überhaupt gespeichert werden kann.
Die proaktive Speicherung der Daten ist ein massiver Angriff auf die verbrieften Menschenrechte, nach denen jeder einen Anspruch auf eine Privatspäre hat. Ich möchte hier nur den Artikel 12 der Menschenrechte herausheben:
Niemand darf willkürlichen Eingriffen in sein Privatleben, seine Familie, seine Wohnung und seinen Schriftverkehr [...] ausgesetzt werden. Jeder hat Anspruch auf rechtlichen Schutz gegen solche Eingriffe oder Beeinträchtigungen.
1948 gab es noch keine elektronischen Kommmunikationsmöglichkeiten wie wir sie heute haben, aber man kann sich leicht vorstellen, daß das festhalten anderer Kommunikationsdaten eine ebensolche Menschenrechtsverletzung ist. Dafür haben wir bisher die Datenschutzgesetze. Aber diese werden immer mehr zur Makulatur, ebenso wie die Menschenrechtserklärung.
Wir befinden uns auf dem besten Weg in den übernationalen totalen Überwachungsstaat.
