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2006-01-14

Nachgelesen: Harold Pinter's Nobel Lecture

In seinen Notes vom 12.11.2005 weist Richard auf die Rede Harold Pinters anläßlich der Verleihung des Nobelpreises für Literatur 2005 an ihn hin. Harold Pinter wurde auch in Deutschland durch Stücke wie "Der Hausmeister" bekannt.

Aus der Laudatio zum Nobelpreis:

With his twenty-nine plays and about a hundred that he has directed or acted in, he has made the theatre his own domain. His figures barricade themselves in unpredictable dialogues. Between the lines of unresolved threats, it roils and stings. What we hear are signals for everything we do not hear.

The abyss under chat, the unwillingness to communicate other than superficially, the need to rule and mislead, the suffocating sensation of accidents bubbling under the quotidian, the nervous perception that a dangerous story has been censored - all this vibrates through Pinter's drama.

His characters are at the mercy of each other on the periphery of life. They are also prisoners in the limbo of class divisions, set phrases and solidified habits. Their identities, backgrounds and histories are vague, and different versions exist depending on who is remembering. They seldom listen to each other but it is precisely their mental deafness that makes us listen. Not a word passes unnoticed, nor can we relax a single minute. Atmospheric pressure fluctuates as secrets unroll and shift the distribution of power.

Weitere Informationen und auch der Link zu den Einträgen der Deutschen Bibliothek finden sich im Artikel zu Harold Pinter bei Wikipedia

veröffentlicht um 18:14:40    #

2006-01-13

Allgemeine Erklärung der Menschenrechte

Buchvorstellung

Titel:Allgemeine Erklärung der Menschenrechte - Verkündet von den Vereinten Nationen am 10. Dezember 1948
Herausgeber:Juli Zeh (Vorwort) u. a.
Verlag:Büchergilde Gutenberg, Frankfurt am Main, Wien und Zürich
Jahr:2005
ISBN:ISBN 3-7632-5526-5 und ISBN 3-7632-5526-6 ( als Edition Gutenberg auch 3-9364-2853-0)
Illustrationen:Lee Doreen Böhm

Zum 80jährigen Jubiläum hat die Büchergilde aus aktuellem Anlaß eine Sonderedition der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte herausgegeben.

Das besondere an dem Buch sind die wunderbare Verarbeitung (klassische Fandenbindung), die wunderbaren Zeichnungen von Lee Doreen Böhm und das exzellente und und hochaktuelle Vorwort von Juli Zeh.

Ich möchte hier aus diesem Vorwort zitieren, um klar zu machen, warum ich das Buch und die erneute Beschäftigung mit den Menschenrechten für besonders wichtig erachte:

Rasterfahndungen, staatliche Zugriffe auf private Konten, erweiterte Abhörbefugnisse und die Registrierung mit Fingerabdrücken sind Praktiken, die uns vor Kurzem noch als Paradebeispiele von menschenrechtsverdächtigem staatlichen Handeln erschienen wären. Heute aber gelten derartige Maßnahmen als "notwendig". Während die Bilder von Mißhandlungen im Gefängnis von Abu Ghraib für entsetzen sorgen, diskutieren deutsche Juristen in anerkannten Fachzeitungen über die Frage, ob Foltermethoden gegenüber bestimmten Delinquenten nicht gerechtfertigt sein sollten.

Aber auch im sozialen leben haben wir Nachholbedarf. In Artikeln 23, Absatz 1 heißt es:

Jeder, ohne Unterschied, hat das Recht auf gleichen Lohn für geiche Arbeit.

Vor Jahren haben wir noch gegen ungerechte Bezahlung gekämpft. Denkt aber heute noch jemand darüer nach, wenn es um die sogenannten 1-Euro-Jobs geht? Gilt Artikel 23 der Menschenrechtserklärung in Deutschland nicht mehr? - Hat die Bundesrepublick überhaupt jemals die Forderung dieses Artikels erfüllt?

Es lohnt sich, das Buch zu lesen und vor allem einmal darüber nachzudenken, wie sehr die Menschenrechte auch bei uns verletzt werden und in Gefahr sind.

Dieser Beitrag ist in Thema: buecher

veröffentlicht um 20:56:48    #

2006-01-10

Building Accessible Websites

Das Buch Building Accessible Websites von Joe Clark ist zwar schon etwas betagt und enthält noch viele Angaben zu Tabellen-Layout, aber es zeigt sehr schön auf, mit welchen Problemen sich Menschen mit Einschränkungen abkämpfen müssen und welche Lösungsansätze es gibt.

Das Buch ist nicht in deutscher Sprache verfügbar, aber man kann dafür unter obigem Link auch auf eine aktualisierte Fassung zugreifen. Wer das Buch bereits besitzt, kann dort auch sehen, was gegenüber der Druckversion geändert ist.

Joe Clark beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dem Thema Zugänglichkeit von Webseiten und hält auch Vorträge dazu.

Bleibt zu erwähnen, daß er beim Erstellen des Buches von Mark Pilgrim, dem Autor von Dive Into Accessibility unterstützt wurde.

Bibliographische Daten:

Titel:Building Accessible Websites
Autor:Joe Clark
Verlag:New Riders, Indianapolis
Jahr:2003
ISBN:ISBN 0-7357-1150-X
Art:Paperback mit CD-Rom

veröffentlicht um 23:02:40    #

2004-01-02

Bücher kaufen - ein Ärgernis

Es ist bekannt, daß die Verlage seit Jahren jammern, daß die Deutschen zu wenig lesen.

Die Frage ist aber, ob nicht ein Teil der Misere hausgemacht ist: Die Buchmessen warten mit immer mehr Neuerscheinung auf, so daß der Markt immer unübersichtlicher wird. Große Buchhandlungen, die oft nur wenig Fachpersonal haben, werden zu besseren Konditionen beliefert und jetzt verkaufen auch Großhändler wie Libri die Bücher über Online-Buchhandlungen direkt an den Endverbraucher.

Die Folge: Immer mehr kleine Buchhandlungen mit geschultem Fachpersonal verschwinden so nach und nach, weil Massenware wie Lexika und Ratgeber vorwiegend in Kaufhäusern oder Buch-Kaufhäusern über den Ladentisch gehen. Kleine Verlage haben zumeist Probleme, ihre Bücher in die Läden und an die Leserin oder den Leser zu bringen.

Wie man diesen Prozeß aufhalten kann, ist etwas unklar. Helfen würde es sicherlich, wenn sich die kleinen Buchhändler zusammentun würden, um neue eigene Vertriebsstrukturen aufzubauen. Helfen würde es sicher auch, wenn Sendungen wie das Bücherjournal im Fernsehen nicht ständig die Sendeplätze wechselten (wo bleibt der Bildungsauftrag des Fernsehens?) sondern ihre Stammplätze zu guten Sendezeiten bekämen.

Helfen würde es sicher auch, wenn die Verlage nicht vor allem den Schund bewürben sondern mehr wehrt auf das qualitativ hochwertige ggf. auch streitbare Buch legten. Ein weiteres Ärgernis sind in Massenproduktion hergestellte Bücher, die über Buchkaufhäuser zu verhältnismäßig günstigen Preisen angeboten werden, während der normale Buchhandel die besseren Bücher zu weit höheren Preisen anbieten muß. Auch dieser Fakt trägt zu einer weiteren Konzentration und damit zu einem Qualitätsverlust bei.

Die verallgemeinerte Einschätzung der FAZ vom 06.08.2003, daß Bücher heute so billig wie noch nie seien, mögen allerdings sicher viele Leserinnen und Leser nicht teilen, wenn sie sich darüber wundern, daß gebundene Neuerscheinungen, wie direkt vor der Euro-Einführung für 30 - 35 DM zu haben waren, heute mit Preisen von mehr als 20 Euro belegt sind.

Dieser Beitrag ist in Thema: buecher

veröffentlicht um 11:37:52    #

2003-04-12

TopicExchange Channel zu Büchern

Auf Topic Exchange habe ich einen neuen Channel zu Nachrichten in deutscher Sprache mit Buchvorstellungen und Buchkritiken eingerichtet. Wer in seinem Weblog einen Artikel über Bücher schreibt, hann den Channel anpingen und diejenigen, die bei Topic Exchange direkt darauf zugreifen oder den rss-Feed dort bestellt haben, können die Nachricht automatisch sehen.

Der Channel kann auf der Adresse http://topicexchange.com/t/buecher/ mit Trackback beschickt werden. Unter der Adresse ist aber auch ein Formular für diejenigen, die keine trackbackfähige Software wie PyDS besitzen.

Benutzer vom Python Desktop Server brauchen den Channel nur in den Einstellungen unter der Seite Themen zu aktivieren, um ihn beim Schreiben eines Artikels angezeigt zu bekommen. Wer den Channel in seinem Aggregator abonnieren will, kann das mit der Adresse http://topicexchange.com/t/buecher/rss machen.

veröffentlicht um 14:29:52    #

2003-04-11

Channel Buecher

Deutschsprachiger Channel mit Buchvorstellungen

veröffentlicht um 23:32:48    #

Neue Kategorie Bücher im Weblog Hexentanz

Heute habe ich für Buchkritiken und Buchempfehlungen eine neue Kategorie für Bücher hinzugefügt.

Unter Bücher sollen in loser Folge Buchvorstellungen erscheinen. Die Auswahl soll sowohl Neuerscheinungen als auch ältere Bücher aus den Bereichen Belletristik und Sachbücher enthalten. Sofern bekannt, werde ich auch angeben, ob das jeweilige Buch als Hörbuch oder Hörspiel erhältlich ist.

Kommentare sind erwünscht

veröffentlicht um 16:41:04    #

Das Leben ist kurz

Buchvorstellung:

Titel:Das Leben ist kurz - Vita brevis
Autor:Jostein Gaarder
Übersetzung:Gabriele Haefs
Verlag:Hanser Verlag München Wien, http://www.hanser.de
Jahr:1997
ISBN:ISBN 3-446-19082-1
Originalausgabe:Vita brevis, 1996, Aschehoug & Co. (W. Nygaard), Oslo

Mittels eines fiktiven Briefes der langjährigen Lebensgefährtin Floria an Augustinus setzt sich Jostein Gaarder mit dem Verhältnis der frühen chrislichen Kirche zu den Frauen auseinander. Ob so ein Brief tatsächlich existierte, ist für die Geschichte gleichgültig - er könnte existieren oder existiert haben.

Auch wenn Ulrich Karger in seiner Büchernachlese zum Buch die Novelle für eher überflüssig hält und mit "Eulen nach Athen tragen" klassifiziert, halte ich das Buch für sehr lesenswert, setzt es sich doch sehr unterhaltsam mit der unter anderem mit Augustinus begründeten Lebens- und Frauenfeindlichkeit der katholischen Lehre auseinander.

Gute belletristische Literatur unterhält und regt gleichzeitig zum Denken an. Beides erfüllt Gaarder in dem Buch erstklassig.

Es gibt eine Reihe von Biografien über Augustinus im Internet. Seine Lebensgefährtin kommt meist jedoch garnicht oder nur kurz erwähnt vor, obwohl er wohl 15 Jahre mit ihr zusammenlebte und sie einen gemeinsamen Sohn hatten. Die Bezeichnung "Konkubine", die ich in einer der Biografien gefunden habe, ist sehr bezeichnend. Eine alternative Biografie wurde von Schülern der Kantonsschule Luzern erstellt.

veröffentlicht um 16:28:16    #

Staatsdiener im Unrechtsstaat

Buchvorstellung:

Titel:Staatsdiener im Unrechtsstaat - Die deutschen Standesbeamten und ihr Verband unter dem Nationalsozialismus
Autor:Siegfried Maruhn
Verlag:Verlag für Standesamtswesen Frankfurt am Main / Berlin, http://www.vfst.de
Jahr:2002
ISBN:ISBN 3-8019-5685-7

Siegfried Maruhns Buch beschäftigt sich ausführlich mit der Rolle der Standesbeamten bei der Durchsetzung der Rassengesetzte des Nationalsozialismus. Ohne die teilweise akribische Arbeit der Staatsdiener und auch die Mithilfe der Kirche wäre die Identifizierung derer, die als Juden, Halbjuden, fremdblütig (z. B. Zigeuner) oder "negerartig" galten, nicht möglich gewesen.

In seinem Artikel Aufgeboten zur Rassenprobe in der Neuen Züricher Zeitung (NZZ) vom 15.02.2003 schreibt der Autor zu Entnazifizierung:

Ein Unrechtsbewusstsein scheint sich bei den Standes- wie anderen Beamten nicht entwickelt zu haben. Sie wurden auch nicht zur Rechenschaft gezogen, als der Rassenwahn sein Ende nahm. Ganz oben gab es wohl einige Opfer. [...] Doch schon eine Etage tiefer ging die Karriere nach kurzer Pause ungestört weiter.

Das Buch erhellt einen Puzzlestein mehr dazu, wie das System überhaupt funktionieren konnte. Und es zeigt letztendlich auch, wie wichtig es ist, daß Staatsbeamte sich ihrer Verantwortung bewußt sind und nicht blind Verordnungen und Gesetze, von wem auch immer sie gemacht werden, ausführen dürfen.

Wie blind gegen die elementaren Grundsätze des Menschenrechtes Beamte sein können, wenn es um das Ausführen von Verordnungen und Dienstanweisungen geht, durfte ich selbst erst vor kurzer Zeit erfahren, als es um den Nachzug der Kinder einer thailändischen Frau ging, die in zweiter Ehe eine Deutschen geheiratet hatte.

veröffentlicht um 14:52:16    #

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