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Deutschsprachiger Channel mit BuchvorstellungenNeue Kategorie Bücher im Weblog Hexentanz
Heute habe ich für Buchkritiken und Buchempfehlungen eine neue Kategorie für Bücher hinzugefügt.
Unter Bücher sollen in loser Folge Buchvorstellungen erscheinen. Die Auswahl soll sowohl Neuerscheinungen als auch ältere Bücher aus den Bereichen Belletristik und Sachbücher enthalten. Sofern bekannt, werde ich auch angeben, ob das jeweilige Buch als Hörbuch oder Hörspiel erhältlich ist.
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Das Leben ist kurz
Buchvorstellung:
| Titel: | Das Leben ist kurz - Vita brevis |
|---|---|
| Autor: | Jostein Gaarder |
| Übersetzung: | Gabriele Haefs |
| Verlag: | Hanser Verlag München Wien, http://www.hanser.de |
| Jahr: | 1997 |
| ISBN: | ISBN 3-446-19082-1 |
| Originalausgabe: | Vita brevis, 1996, Aschehoug & Co. (W. Nygaard), Oslo |
Mittels eines fiktiven Briefes der langjährigen Lebensgefährtin Floria an Augustinus setzt sich Jostein Gaarder mit dem Verhältnis der frühen chrislichen Kirche zu den Frauen auseinander. Ob so ein Brief tatsächlich existierte, ist für die Geschichte gleichgültig - er könnte existieren oder existiert haben.
Auch wenn Ulrich Karger in seiner Büchernachlese zum Buch die Novelle für eher überflüssig hält und mit "Eulen nach Athen tragen" klassifiziert, halte ich das Buch für sehr lesenswert, setzt es sich doch sehr unterhaltsam mit der unter anderem mit Augustinus begründeten Lebens- und Frauenfeindlichkeit der katholischen Lehre auseinander.
Gute belletristische Literatur unterhält und regt gleichzeitig zum Denken an. Beides erfüllt Gaarder in dem Buch erstklassig.
Es gibt eine Reihe von Biografien über Augustinus im Internet. Seine Lebensgefährtin kommt meist jedoch garnicht oder nur kurz erwähnt vor, obwohl er wohl 15 Jahre mit ihr zusammenlebte und sie einen gemeinsamen Sohn hatten. Die Bezeichnung "Konkubine", die ich in einer der Biografien gefunden habe, ist sehr bezeichnend. Eine alternative Biografie wurde von Schülern der Kantonsschule Luzern erstellt.
Staatsdiener im Unrechtsstaat
Buchvorstellung:
| Titel: | Staatsdiener im Unrechtsstaat - Die deutschen Standesbeamten und ihr Verband unter dem Nationalsozialismus |
|---|---|
| Autor: | Siegfried Maruhn |
| Verlag: | Verlag für Standesamtswesen Frankfurt am Main / Berlin, http://www.vfst.de |
| Jahr: | 2002 |
| ISBN: | ISBN 3-8019-5685-7 |
Siegfried Maruhns Buch beschäftigt sich ausführlich mit der Rolle der Standesbeamten bei der Durchsetzung der Rassengesetzte des Nationalsozialismus. Ohne die teilweise akribische Arbeit der Staatsdiener und auch die Mithilfe der Kirche wäre die Identifizierung derer, die als Juden, Halbjuden, fremdblütig (z. B. Zigeuner) oder "negerartig" galten, nicht möglich gewesen.
In seinem Artikel Aufgeboten zur Rassenprobe in der Neuen Züricher Zeitung (NZZ) vom 15.02.2003 schreibt der Autor zu Entnazifizierung:
Ein Unrechtsbewusstsein scheint sich bei den Standes- wie anderen Beamten nicht entwickelt zu haben. Sie wurden auch nicht zur Rechenschaft gezogen, als der Rassenwahn sein Ende nahm. Ganz oben gab es wohl einige Opfer. [...] Doch schon eine Etage tiefer ging die Karriere nach kurzer Pause ungestört weiter.
Das Buch erhellt einen Puzzlestein mehr dazu, wie das System überhaupt funktionieren konnte. Und es zeigt letztendlich auch, wie wichtig es ist, daß Staatsbeamte sich ihrer Verantwortung bewußt sind und nicht blind Verordnungen und Gesetze, von wem auch immer sie gemacht werden, ausführen dürfen.
Wie blind gegen die elementaren Grundsätze des Menschenrechtes Beamte sein können, wenn es um das Ausführen von Verordnungen und Dienstanweisungen geht, durfte ich selbst erst vor kurzer Zeit erfahren, als es um den Nachzug der Kinder einer thailändischen Frau ging, die in zweiter Ehe eine Deutschen geheiratet hatte.
