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2004-01-02

Bücher kaufen - ein Ärgernis

Es ist bekannt, daß die Verlage seit Jahren jammern, daß die Deutschen zu wenig lesen.

Die Frage ist aber, ob nicht ein Teil der Misere hausgemacht ist: Die Buchmessen warten mit immer mehr Neuerscheinung auf, so daß der Markt immer unübersichtlicher wird. Große Buchhandlungen, die oft nur wenig Fachpersonal haben, werden zu besseren Konditionen beliefert und jetzt verkaufen auch Großhändler wie Libri die Bücher über Online-Buchhandlungen direkt an den Endverbraucher.

Die Folge: Immer mehr kleine Buchhandlungen mit geschultem Fachpersonal verschwinden so nach und nach, weil Massenware wie Lexika und Ratgeber vorwiegend in Kaufhäusern oder Buch-Kaufhäusern über den Ladentisch gehen. Kleine Verlage haben zumeist Probleme, ihre Bücher in die Läden und an die Leserin oder den Leser zu bringen.

Wie man diesen Prozeß aufhalten kann, ist etwas unklar. Helfen würde es sicherlich, wenn sich die kleinen Buchhändler zusammentun würden, um neue eigene Vertriebsstrukturen aufzubauen. Helfen würde es sicher auch, wenn Sendungen wie das Bücherjournal im Fernsehen nicht ständig die Sendeplätze wechselten (wo bleibt der Bildungsauftrag des Fernsehens?) sondern ihre Stammplätze zu guten Sendezeiten bekämen.

Helfen würde es sicher auch, wenn die Verlage nicht vor allem den Schund bewürben sondern mehr wehrt auf das qualitativ hochwertige ggf. auch streitbare Buch legten. Ein weiteres Ärgernis sind in Massenproduktion hergestellte Bücher, die über Buchkaufhäuser zu verhältnismäßig günstigen Preisen angeboten werden, während der normale Buchhandel die besseren Bücher zu weit höheren Preisen anbieten muß. Auch dieser Fakt trägt zu einer weiteren Konzentration und damit zu einem Qualitätsverlust bei.

Die verallgemeinerte Einschätzung der FAZ vom 06.08.2003, daß Bücher heute so billig wie noch nie seien, mögen allerdings sicher viele Leserinnen und Leser nicht teilen, wenn sie sich darüber wundern, daß gebundene Neuerscheinungen, wie direkt vor der Euro-Einführung für 30 - 35 DM zu haben waren, heute mit Preisen von mehr als 20 Euro belegt sind.

Dieser Beitrag ist in Thema: buecher

veröffentlicht um 11:37:52    #

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