Was lange währt...
Es keimt doch tatsächlich noch eine Aussaat vom letzten August. Leider weiß noch nicht mehr, was für Samen in den im Zimmergewächshaus verbliebenen Töpfchen noch steckten. Ich vermute, daß das, was da jetzt keimt, ein weiterer Baobab (Affenbrotbaum) ist oder eine Hanfpalme.
Bis jetzt ist nur ein gekrümmter Sproß zu sehen und nichts von dessen beiden Enden.
Scheint so, als wenn jetzt eine gute Zeit zum Keimen ist. In den Zimmergewächshäusern auf der Fensterbank steigen die Temperaturen tagsüber auf bis zu 30 Grad.
Kaffee zum Keimen bringen
Nach mehreren Versuchen, ist es mir im letzten Jahr endlich gelungen, Kaffee (coffea arabica) zum Keimen zu bringen.
Unter welchen Bedingungen keimt Kaffee?
- Kaffee ist nach dem, was ich herausgefunden habe, Lichtkeimer
- Kaffee braucht über mehrere Tage eine Temperatur von mindestens 26 Grad
Zur Vorbereitung habe ich die Samen zwei Tage in warmem Leitungswasser eingeweicht. Anschließend wurde die Samenhaut vorsichtig entfernt. Danach wurden die Samen in das vorbereitete Substrat gedrückt.
Ausgesät habe ich im Sommer 2002 in zwei kleine Schalen, eine davon als Hydro-Aussaat (Blähton 1-2mm Durchmesser) und eine in Anzuchterde. Beide Schalen wurden mit einem durchsichtigen Platikdeckel (ich habe Quarkschalen verwendet) bedeckt und gut angegossen ans Südfenster in die Sonne gestellt.
Mehrere der Samen in der Hydro-Schale wurden schon in den ersten zwei bis drei Wochen schwarz. Diese Samen habe ich entfernt. In Erde verschimmeln nicht keimfähige Samen sehr leicht. Alle Samen der ersten Schale sind verschimmelt und eine zweite nahm wieder 6 Samen auf, von denen heute (also ca 7 Monate später) noch fünf vorhanden sind.
Nach ca. 2 Monaten (es war bis dahin kaum einen Tag warm genug gewesen) zeigte der erste Samen im Hydro-Kultur eine Verdickung. Leider wurde dieser Samen nach einigen Tagen auch schwarz und mußte entfernt werden. Im Oktober waren noch drei Samen verblieben, die alle dicker als ursprünglich waren. In diesem Monat zeigte erneut einer der Samen eine Verdickung. Ende des Monats erhob sich der Keim und wurde vom Sproß hochgetragen. Der nächste Samen lief Mitte Dezember auf.
An meiner Erfahrung sieht man, daß Kaffee offensichtlich wirklich optimale Bedingungen braucht, um zu keimen. Sonst besteht die Gefahr, daß Samen oder Keim verderben, bevor das erste Keimblatt zu sehen ist. Außerdem scheint Geduld angesagt. Immerhin hat der Samen mehrere Monate in der Schale (teilweise zusätzlich im Gewächshaus) gelegen.
Ein am 03.09.2003 aufgenommenes Bild des am 12.12. aufgelaufenen zweiten Keimlings findet sich unter dem obigen Link. In diesem Fall verlief die Keimung nicht so merkwürdig wie bei ersten mal. Die Wurzel wuchs korrekt nach unten während der Samen liegenblieb und später die Keimblätter freigab, die recht groß geworden sind. Bei ersten Samen trug der Keim den Samen in die Höhe, und ich mußte den Samen von Hand von den inzwischen verkrüppelten Keimblättern entfernen.
Umtopfen von Hydrokulturpflanzen
Vielfach wird in Büchern empfohlen, die Pflanzen beim Umtopfen in größere Gefäße einfach mitsamt des alten Kulturtopfes in einen größeren Kulturtopf zu setzen und diesen dann mit Tongranulat aufzufüllen. - Diese Methode mag weniger Arbeit nach sich ziehen, sie kann aber langfristig den Tod der Pflanze bedeuten.Richtiger ist es, den alten Kulturtopf vorsichtig (notfalls mit Messer und Schere) vom Wurzelballen zu entfernen. Geschieht das Umtopfen rechtzeitig und haben sich kene Hungerwurzeln (Düngermangel) gebildet, läßt sich der Wurzelballen manchmal auch vorsichtig aus dem Innentopf herausziehen. Der so freigewordene Kulturtopf kann nach gründlicher Reinigung später wieder für andere Pflanzen verwendet werden. Wenn versehentlich Wurzeln beschädigt wurden oder ein Wurzelbeschnitt erfolgte, ist unbedingt auf gerade, saubere Schnittstellen zu achten.
Nach dem Entfernen des Kulturtopfes sollte das Wurzelwerk gründlichst auf Schädlinge und Schäden untersucht werden. Tote Wurzeln werden entfernt und bei kleineren Pflanzen der Ballen vorsichtig nicht zu kalt (Kälteschock) ausgespült. Bei Befall mit Springschwänzen kann man die Pflanze einen Tag in Seifenwasser (Betaintensid) stehen lassen und dann erneut ausspülen, bevor sie neu eingepflanzt wird.
Der Blähton sollte vor der Verwendung gut ausgespült werden, damit sich auf dem Topfgrund keine Schlammschicht bildet. Durch das Spülen wird das Granulat auch gleich angefeuchtet. Altes Granulat sollte nur dann wiederverwendet werden, wenn es gründlich gereinigt wurde und ggf. ausgekocht. Bei Befall mit Schädlingen ist ggf. auf eine Wiederverwendung zu verzichten.
Wenn der neue Topf höher ist als der alte, wird eine ausreichende Schicht Granulat vor dem Einsetzen der Pflanze unterlegt. Die Oberkante des Wurzelballens sollte 1-2 cm unterhalb der Oberkante des Kulturtopfes sein. Vor dem Einsetzen der Pflanze sollte der Wasserstandsanzeiger bereits eingesetzt sein, weil das später schweirig wird, da die Pflanze ja noch nicht fest im neuen Granulat verankert ist.
Nach dem Einsetzen der Pflanze in den Kulturtopf wird der Raum rundherum mit Granulat aufgefüllt. Anschließend vorsichtig rütteln, damit sich die Steine setzen können.
Zum Schluß wird leicht gegossen und die Pflanze an den alten Platz oder etwas schattiger gestellt. Ein paar Tage sollte man sich mit dem Gießen etwas zurückhalten - ohne die Pflanze jedoch völlig trocken stehen zu lassen. Anschließend kann dann wieder normal gegossen und gedüngt werden.
Wenn der Wurzelballen völlig unbeschädigt war, kann schon ab dem ersten Tag nach dem Umtopfen wieder normal gegossen oder gedüngt werden. Wenn jedoch Wurzeln entfernt wurden, sollte obiger Rat unbedingt beherzigt werden, damit die Schnittstellen ausheilen können.
Bilder von meiner letzen Umtopfaktion, bei der ich einen mehr als zwei Meter großen Drachenbaum in ein größeres Bodengefäß gesetzt habe, sind unter http://witch.f-2.org/index.cgi?ids=ai/716092 zu besichtigen. Da die Pflanze so groß ist, wurde hier auf das Ausspülen des Wurzelballens verzichtet und nur loses Material vorsichtig entfernt. Die weißen Stellen am Wurzelballen rühren von Kalkablagerungen her.
Hydrokultur out?
Immer schwieriger scheint es zu werden, gutes Zubehör für Hydrokultur zu bekommen. - das mußte ich vor ein paar Tagen wieder feststellen, als ich Tongranulat und große Kulturtöpfe kaufen wollte.Es scheint wirklich so, als hätten Seramis und Wegwerfpflanzen der Hydrokultur den Rang abgelaufen.
