Umtopfen von Hydrokulturpflanzen
Vielfach wird in Büchern empfohlen, die Pflanzen beim Umtopfen in größere Gefäße einfach mitsamt des alten Kulturtopfes in einen größeren Kulturtopf zu setzen und diesen dann mit Tongranulat aufzufüllen. - Diese Methode mag weniger Arbeit nach sich ziehen, sie kann aber langfristig den Tod der Pflanze bedeuten.Richtiger ist es, den alten Kulturtopf vorsichtig (notfalls mit Messer und Schere) vom Wurzelballen zu entfernen. Geschieht das Umtopfen rechtzeitig und haben sich kene Hungerwurzeln (Düngermangel) gebildet, läßt sich der Wurzelballen manchmal auch vorsichtig aus dem Innentopf herausziehen. Der so freigewordene Kulturtopf kann nach gründlicher Reinigung später wieder für andere Pflanzen verwendet werden. Wenn versehentlich Wurzeln beschädigt wurden oder ein Wurzelbeschnitt erfolgte, ist unbedingt auf gerade, saubere Schnittstellen zu achten.
Nach dem Entfernen des Kulturtopfes sollte das Wurzelwerk gründlichst auf Schädlinge und Schäden untersucht werden. Tote Wurzeln werden entfernt und bei kleineren Pflanzen der Ballen vorsichtig nicht zu kalt (Kälteschock) ausgespült. Bei Befall mit Springschwänzen kann man die Pflanze einen Tag in Seifenwasser (Betaintensid) stehen lassen und dann erneut ausspülen, bevor sie neu eingepflanzt wird.
Der Blähton sollte vor der Verwendung gut ausgespült werden, damit sich auf dem Topfgrund keine Schlammschicht bildet. Durch das Spülen wird das Granulat auch gleich angefeuchtet. Altes Granulat sollte nur dann wiederverwendet werden, wenn es gründlich gereinigt wurde und ggf. ausgekocht. Bei Befall mit Schädlingen ist ggf. auf eine Wiederverwendung zu verzichten.
Wenn der neue Topf höher ist als der alte, wird eine ausreichende Schicht Granulat vor dem Einsetzen der Pflanze unterlegt. Die Oberkante des Wurzelballens sollte 1-2 cm unterhalb der Oberkante des Kulturtopfes sein. Vor dem Einsetzen der Pflanze sollte der Wasserstandsanzeiger bereits eingesetzt sein, weil das später schweirig wird, da die Pflanze ja noch nicht fest im neuen Granulat verankert ist.
Nach dem Einsetzen der Pflanze in den Kulturtopf wird der Raum rundherum mit Granulat aufgefüllt. Anschließend vorsichtig rütteln, damit sich die Steine setzen können.
Zum Schluß wird leicht gegossen und die Pflanze an den alten Platz oder etwas schattiger gestellt. Ein paar Tage sollte man sich mit dem Gießen etwas zurückhalten - ohne die Pflanze jedoch völlig trocken stehen zu lassen. Anschließend kann dann wieder normal gegossen und gedüngt werden.
Wenn der Wurzelballen völlig unbeschädigt war, kann schon ab dem ersten Tag nach dem Umtopfen wieder normal gegossen oder gedüngt werden. Wenn jedoch Wurzeln entfernt wurden, sollte obiger Rat unbedingt beherzigt werden, damit die Schnittstellen ausheilen können.
Bilder von meiner letzen Umtopfaktion, bei der ich einen mehr als zwei Meter großen Drachenbaum in ein größeres Bodengefäß gesetzt habe, sind unter http://witch.f-2.org/index.cgi?ids=ai/716092 zu besichtigen. Da die Pflanze so groß ist, wurde hier auf das Ausspülen des Wurzelballens verzichtet und nur loses Material vorsichtig entfernt. Die weißen Stellen am Wurzelballen rühren von Kalkablagerungen her.
Hydrokultur out?
Immer schwieriger scheint es zu werden, gutes Zubehör für Hydrokultur zu bekommen. - das mußte ich vor ein paar Tagen wieder feststellen, als ich Tongranulat und große Kulturtöpfe kaufen wollte.Es scheint wirklich so, als hätten Seramis und Wegwerfpflanzen der Hydrokultur den Rang abgelaufen.
