Wasserstandsanzeiger für Hydrokultur
Für Hydrokultur werden spezielle Wasserstandsanzeiger benötigt. Die Feuchteanzeiger von Seramis sind ungeeignet und sollten in keinem Fall verwendet werden, da sie faulen würden und auch nicht den Wasserstand am Boden des Gefäßes anzeigen können.Der Grundaufbau eines Wasserstandsanzeigers ist folgender:
In einem Rohr, das unten kleine Löcher besitzt, ist unten eine Kugel (hohler Plastikkörper oder Styroporkugel) untergebracht. Auf diesem Schwimmer sitzt eine lange Plastikstange, die unten eine Platte hat, damit sie immer auf dem Schwimmer sitzt. Das Röhrchen ist oben durch einen durchsichtigen Teil mit Markierungen für den Wasserstand abgeschlossen.
Die Markierungen am Wasserstandsanzeiger bedeuten:
- Min
- Minimaler Wasserstand (Kugel ist auf dem Boden des Röchrchens angelangt)
- Opt
- Optimum - soll heißen normaler maximaler Wasserstand beim Gießen der meisten Pflanzen
- Max
- Maximaler Wasserstand - Dieser Wasserstand ist das absolute erlaubte Maximum
Zu den Anzeigen sollte man Folgendes wissen:
Wenn das Minimum erreicht ist, befindet sich noch Wasser im Gefäß. Das ist konstruktionsbedingt. Man sollte also mit dem Gießen noch warten und ggf, durch Blick neben der Pflanze in den Übertopf oder Neigen des Topfes Richtung Wasserstandsanzeiger prüfen, ob wirklich kein Wasser mehr vorhanden ist (völlig trocken muß es nicht sein), bevor man gießt.
Das Optimum ist keine Marke für einen dauerhaften Wasserstand sondern die optimale Gießhöhe für die meisten Pflanzen. Nachgegossen wird immer erst, wenn das Wasser verbraucht ist. Bei Orchideen und Kakteen gießt man nur bis zu Hälfte vom Optimum.
Bis auf Maximum sollte man nur bei Pflanzen gießen, die das Wasser innerhalb einer Woche verbrauchen, also eigentlich einen zu kleinen Übertopf haben. Normalerweise ist die Marke für die Urlaubsbewässerung als Richtwert vorgesehen. Allerdings sollte auch im Urlaub nur so viel gegossen werden, daß am Ende des Urlaubes das Wasser vedrbraucht ist. Reicht das Gießen bis Maximum nicht aus, müssen andere Maßnahmen zur Urlaubsbewässerung ergriffen werden. Der Höchststand sollte normalerweise nicht überschritten werden, weil das zu Fäulnis im Wurzelwerk führt.
Beim Gießen sollte man beachten, daß in einem nassen Röhrchen der Schwimmer an der Wand haften kann (z. B. nach dem Reinigen). Heftiges Klopfen an den Anzeiger löst das Problem meist. Andersherum kann auch in einem trockenen Röhrchen eine falsche Anzeige erfolgen: Wurzeln halten den Schwimmer fest, Schmutz oder Düngerkügelchen sind in den Anzeiger geraten u. Ä. Man sollte die Funktion regelmäßig durch leichtes Schrägstellen des Topfes prüfen.
Zur Qualität der Wasserstandsanzeiger: Schmale Wasserstandsanzeiger mit dünnem Röhrchen sind zwar genauer, sie enthalten aber normalerweise Styroporkugeln als Schwimmer und diese haften leider leichter am Röhrchen, was zur falscher Anzeige führt. Bei den anderen Wasserstandsanzeigern sind die Qualitätsunterschiede marginal. hier kommt es also darauf an, ob die Anzeige für einen selbst gut zu erkennen ist.
Tip: die Wasserstandsanzeiger von Luwasa und Leni lassen sich mit etwas Vorsicht zum Reinigen auseinandernehmen. So kann man auch die herausgenommene Schwimmerkugel durch beschweren und Untertauchen auf Dichtigkeit prüfen (Undichtigkeiten sind aber bei den genannten Marken sehr, sehr selten). Das Rohr läßt sich mit einem kleinen Flaschenreinger gut säubern. Verkalkungen sollte man durch ein mehrstündiges Bad in verdünnter Zitronensäure entfernen.
Für Großgefäße gibt es besondere Wasserstandsanzeiger. Ich selbst verwende die Variante mit einem zusätzlichen Schacht für einen Schlauch. Der Wasserstandsanzeiger wird ein Stück neben der breiten Röhre für den Düngersack mit eingesetzt. Gegossen wird dann durch den Düngersack. In dem genannten Wasserstandsanzeiger befindet sich im Schacht für den Schlauch ein Einsatz. Erst sollte regelmäßig hochgezogen und ggf. von eingewachsenen Wurzeln befreit werden. Beim Eintopfen mit einem solchen Wasserstandsanzeiger muß man unbedingt darauf achten, daß der Anzeiger beim Einfüllen des Blähtons immer direkt auf dem Boden stehenbleibt. Sonst besteht zusätzliche Gefahr, daß später Wurzeln drunterwachsen und der Wassertandsanzeiger weiter angehoben wird.
Gittertöpfe für Jungpflanzen
Für die Anzucht von Jungpflanzen werden im Handel für Erdkultur und Hydrokultur sogenannte Gittertöpfe angeboten. In diese Gittertöpfe kann man Pflanzen nach dem Auflaufen von Samen vereinzeln und die Gittertöpfe entweder gemeinsam in einem größeren Gefäß unterbringen oder einzeln in kleine Übertöpfe stellen.Diese Töpfe sind wesentlich preiswerter als richtige kleine Kulturtöpfe für Hydrokultur und sie lassen sich auch wiederverwenden.
Leider wird häufig behauptet, daß man die herangewachsene Jungpflanze später mitsamt dem Gittertöpfchen umpflanzen kann. Darauf sollte man aber in jedem Fall verzichten, denn die Verbindungsstücke der Töpfchen enthalten keine Sollbruchstellen, d. h. sie zerreißen beim Wachstum der Wurzeln nur sehr selten. Für die Wurzeln heißt das, daß sie später durch den Topf eingezwängt werden, und damit werden sie geschädigt und die Pflanzenversorgung verschlechtert. Man sollte also eine Jungpflanze immer rechtzeitig aus dem Gittertöpfchen entfernen und direkt in einen größeren Topf setzen.
Auch bei gekauften Pflanzen sieht man häufig Reste solcher Töpfchen aus dem Erdreich oder dem Hydrosubstrat herausragen. Wenn man nun eine solche Pflanze bereits gekauft hat, muß man damit rechnen, daß sie frühzeitig eingeht oder man muß versuchen, die Gittertöpfchen weitestgehend zu entfernen. Das Entfernen muß äußerst vorsichtig erfolgen und man kann ggf, bei jedem Umtopfen weitere Teile herauslösen. Eine kräftige kleine Schere, ein kleiner Seitenschneider und ein Kartoffelschälermesser (die kleinen spitzen Küchenmesser mit gebogener Schneide) tun hierbei gute Dienste. Eine Spitzzange oder eine kräftige Pinzette eignen sich zum herausziehen bereits abgelöster Teile. Man sollte aber bei jedem Umtopfen nur so viel entfernen, daß man dabei die Pflanze wirklich nicht beschädigt. So habe ich z. B. für einen Ficus benjamin in Erde Jahre gebraucht, um die immer dicker werdenden Wurzeln so weit zu befreien, daß die Pflanze wirklich frei den wachsen und den Topf vollständig durchwurzeln kann.
Anmerkung zur Verwendung der Gittertöpfe für Hydrokultur: Bei Unterbringung in einem kleinen Übergefäß ohne Hydrotank muß man unbedingt mit dem Gießen aufpassen, weil man keinen Wasserstandsanzeiger mit im Topf unterbringen kann. Jungpflanzen brauchen zwar im Wachstum viel Wasser, bei zu hohem Wasserstand gehen sie aber auch schnell ein, wenn es keine ausgesprochenen Wasserpflanzen sind.
TopicExchange Channel zu Hydrokultur
Auf Topic Exchange habe ich einen neuen Channel zu Hydrokultur-Nachrichten eingerichtet. Wer in seinem Weblog einen Artikel über Hydrokultur schreibt, kann den Channel anpingen und diejenigen, die bei Topic Exchange direkt darauf zugreifen oder den rss-Feed dort bestellt haben, können die Nachricht automatisch sehen.
Der Channel kann auf der Adresse http://topicexchange.com/t/hydrokultur/ mit trackback beschickt werden. Unter der Adresse ist aber auch ein Formular für diejenigen, die keine Trackbackfähige Software wie PyDS besitzen.
Benutzer vom Python Desktop Server brauchen den Channel nur in den Einstellungen unter der Seite Themen zu aktivieren, um ihn beim Schreiben eines Artikels angezeigt zu bekommen. Wer den Channel in seinem Aggregator abonnieren will, kann das mit der Adresse http://topicexchange.com/t/hydrokultur/rss machen.
Channel Hydrokultur
Deutschsprachige Nachrichten rund um die erdlose Pflanzenhaltung.German language news around hydroponics
Frühling - 2. Pflanzen spülen
In der einfachen Variante, die für kleine Töpfe sehr gut geeignet ist, wird der Übertopf einfach bis zum Rand mit leicht angewärmten (etwas über Zimmertemperatur, mindestens aber so warm wie die Wurzeln) mit Wasser füllt, das Wasser wieder auskippt und das ganze mehrfach wiederholt. Bei größeren Pflanzen sollte man jedoch ein größeres Gefäß als den Übertopf wählen, weil sonst die Pflanze nicht vor dem Ausgießen herausgehoben werden kann. Bei Verwendung von Langzeitdünger sollte man das Wasser jeweils durch ein Tuch oder einen Kaffeefilter abgießen, damit die Düngerkügelchen nicht ins Abwasser geraten.
Wenn die Pflanze nicht von ihrem Standort entfernt werden kann (z. B. an der Wand klimmende Efeutute), die Töpfe zu groß sind oder es sich gar um Bodengefäße ohne Kulturtopf handelt, muß das Spülen anders erfolgen. Hier kommen Pumpe und Schlauch zum Einsatz.
Für das Abpumpen gibt es im Handel Pumpen mit einem Pumpball und Schlauch auf der einen und Rohr auf der anderen Seite. Leider sind die Pumpbälle aus einem Material, das nach häufiger Benutzung spröde wird und somit die Pumpe undicht und unbrachbar. Auch ist das Rohr sehr dick, so daß es nur für sehr große Gefäße geeignet ist. Hier hilft eine selbstgebastelte Lösung: Ein Schlauch von ca. 1 cm Durchmesser und ein Pumpball zum Ansaugen, der dort erhältlich ist, wo es Aquarienzubehör gibt, also in jeder besseren Zoohandlung.
Der Schlauch oder das Rohr werden möglichst bis auf den Boden in den Topf geführt. Neben den Topf stellt man einen weiteren leeren Topf, einen Eimer oder eine große Schüssel als Auffanggefäß. Das Gefäß sollte möglichst tiefer als der Pflanzentopf stehen. Nun wird der Übertopf der Pflanze bis zum Rand mit Waser gefüllt und das Wasser anschließend abgepumpt. Das wird so oft wiederholt, bis das Wasser sauber ist.
Im Anschluß an die Prozedur sollte das Wasser nur bis zum halben normalen Maximalstand (halbes Optimum bei den meisten Pflanzen, bei Kakteen und Orchideen davon wiederum die Hälfte) aufgefüllt und Dünger zugesetzt werden. Bei Pflanzen, die extrem viel Wasser verbrauchen, ist diese Absenkung, die nur erfolgt, weil ja das Substrat bis oben völlig durchnäßt wurde, nicht nötig.
Frühling - 1. Umtopfen
Zum Umtopfen gibt es unter dem Titel Umtopfen von Hydrokulturpflanzen schon einen ausführlicheren Beitrag. Hier nur soviel: Tiefwurzler sollten einen hohen Topf, Flachwurzler einen flachen, eher breiten Topf bekommen. Die Entscheidung ist manchmal schwierig, weil lange Wurzeln wie z. B. die des Palisanderbaums untem im Übertopf im Kreis wachsen. Erst ein vorsichtiges Entwirren bringt zu Tage, daß schon bei einer 10 cm großen Jungpflanze die Hauptwurzel einen halben Meter oder mehr lang sein kann. Zu bemängeln ist, daß die im Handel erhältlichen Bücher über Hydrokultur oder Zimmerpplanzen allgemein hier meist überhaupt nciht weiterhelfen.
Frühling - Zeit für Pflanzenpflege
Im Frühjahr, je nach Termperaturen und Sonnenschein von Anfang März bis in den April, beginnt das Pflanzenwachstum. Die Zeit der Pflanzenpflege beginnt.Was ist bei Hydrokulturpflanzen zu tun?
Zunächst einmal muß wieder gedüngt werden. Bevor eine Pflanze gedüngt wird, muß jedoch geüprüft werden, ob es möglicherweise auch Zeit zum Umtopfen ist oder ob ggf. eine Reinigung (Durchspülen des Substrates und der Wurzeln) fällig ist. Auch über eine Dusche sind viele Pflanzen nicht böse.
Bei der Sichtprüfung wird der Kulturtopf vorsichtig aus dem Übertopf gehoben. Riecht es dann, ist das Wasser nicht mehr in Ordnung und der Langzeitdünger verbraucht. Hier sollte wenn möglich gespült werden. Wenn eine Spülung nicht möglich ist, muß die Pflanze zunächst eine Zeitlang sehr trocken gehalten werden (geringe Gießhöhe und zwischen dem Gießen alles Wasser verschwinden lassen). Besser ist das Spülen und anschließende knappe Gießen aber allemal.
Wenn viele Wurzeln in den Übertopf gewachsen sind und sich der Kulturtopf ausbeult, ist es Zeit zum Umtopfen. Dünger wird dann erst nach dem Umtopfen zugefügt.
Auf die einzelnen Punkte gehen die folgenden Artikel des heutigen Tages ein.
