Die Materialbeschaffung
Es ist ein Kreuz.Jetzt, wo Hydrokultur nicht mehr ganz so in Mode ist, wird die Beschaffung der richtigen Materialien (Substrat für die Aussaat, passende Innentöpfe, ausreichende Anzahl von Großgefäßen usw.) immer schwieriger.
Im letzten Jahr habe ich zwar bei Hydro Böttle feinkörniges Substrat bekommen können, für ganz feine Samen wie die von Kakteen ist das aber noch etwas grob (2-4 mm). Benötigt wird für derart feine Samen eigentlich eine Körnung von 1-2 mm (Tonglanulat-Bruch). Große Säcke mit grobkörnigen Tongranulat der gewünschten Qualität waren hier in Münster auch in beiden besuchten Garten-Centern nicht zu bekommen, so daß ich auf die kleineren Beutel mit je 10 Litern zurückgreifen mußte. Im Baumarkt würde man vermutlich große Säcke Tongranulat bekommen, der als Baumaterial ausgewiesene Blähton kann jedoch chemische Verunreinigungen aufweisen, die den Pflanzen nicht zuträglich sind.
Ein weiteres Problem ist die Beschaffung von Kulturtöpfen (die Innentöpfe, die die Pflanze und das Granulat aufnehmen). Töpfe von Leni sind hier nicht zu bekommen. Kulturtöpfe der Größe 11/12 für meine vorhandenen Übertöpfe bekomme ich überhaupt nicht. Ich habe zwar welche bestellen können, die sind aber leider für meine Wasserstandsanzeiger nicht hoch genug. Für die größeren Gefäße habe ich jetzt Kulturtöpfe bekommen, aber nicht gerade in der gewünschten Qualität. Es macht keinen Spaß, wenn man die Löcher erst selbst aufschneiden muß, weil sie von Gußresten völlig zu sind.
Tja, und dann sind da noch die Übertöpfe... Bei den kleineren Gefäßen sind die dickwandigen gespritzten Töpfe aus Plastik gar nicht mehr zu bekommen, und die dünneren waren in einem der Gartencenter nur in weiß zu haben. Diese sind aber nur kurzfristig zu gebrauchen, wenn die Lichteinstrahlung hoch ist, da sie lichtdurchlässig sind und somit die Algenbildung möglich ist.
Wasserdichte Keramikgefäße waren in beiden Gartencentern zu bekommen, das eine hatte jedoch nur recht kleine und nicht unbedingt die Farben, die ich mag. Schreiendes Blau oder Orange u. ä. ist nicht gerade das, was man sich auf die Dauer vorstellt und entspringt eher einer Modeerscheinung. Im anderen Gartencenter hatten sie auch größere Tongefäße, jedoch auch nicht die früheren (und jetzt wohl zumindest von Luwasa noch zu bekommenen einfachen geraden mit dickem Rand und in neutralen Farben wie beige und braun, sondern abgeschrägte oder sich rundlich nach unten verjüngende Gefäße in bunten Farben oder mit Aufheller versehenem Weiß (nicht neutral sondern eher bläulich wirkend). Letztendlich habe ich nach zwei Besuchen im gleichen Gartencenter die Vorräte an großen Keramiktöpfen in brauchbaren Farben aufgekauft, auch wenn deren möglicher Wasservorrat für den Sommer vermutlich knapp werden wird. Aber die großen Pflanzen wollten einfach mehr Platz.
Ein weiters Problem, daß mir in den Gartencentern aufgefallen ist, hat weniger mit deren Angebot, denn mit einer Unart von Geschäften allgemein zu tun: Preisschilder, die nicht ohne größeren Aufwand abzulösen sind. Nie werde ich begreifen, warum man an Hydrogefäße nicht Preisschilder kleben kann, wie die bei Geschirr üblich sind: relativ einfach und vor allem rückstandslos ablösbar. Ein Gartencenter sollte doch eigentlich zumindest wissen, welche Teile eines Hydrogefäßes später unter Wasser sind und somit keine Papierreste anhaftend haben dürfen. Aber nein, die Preisschilder werden genau da hingeklebt, wo sie später vergammeln können.
So, genug gemeckert! Falls das hier jemand liest, der oder die weiß, wo es noch Innentöpfe von Leni in der Größe 11/12 für meinen Pflanzennachwuchs gibt, wäre ich über einen Tip dankbar. Etwas anderes, das ich noch nicht gefunden habe, sind Plastikhauben für meine kleinen Anzuchttöpfchen. Ich habe einige Hauben, die für kleine Jiffy-Aussaaten gedacht waren, aber hervorragend auf meine ganz kleinen Kulturtöpfe passen.
