Drachenbaum

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Allgemeines

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Dracaena draco ist der eigentliche Drachenbaum. Anders als andere Drazänen hat der einstämmige Baum recht dicke fleischige Blätter, weshalb er oft mir der Yucca verwechselt wird.

Im Gegensatz zur Yucca hat der Drachenbaum jedoch völlig ungezähnte Blätter. Die Blätter sind mittelgrün, zwei bis vier Zentimeter breit und bei älteren Pflanzen bis zu einem Meter lang. Dabei hängen sie weit im Bogen über, wenn sie lang genug sind. Der Blattgrund ist ebenso wie der Blattansatz am Stamm rötlich eingefärbt und wesentlich breiter als das Blatt selbst. Die rote Farbe bleibt auch nach dem Vertrocknen von Blättern erhalten.

Der Stamm des Drachenbaums ist anfänglich grün und später silbrig graubraun mit den genannten roten Blattansätzen. Bei entsprechender Größe der Pflanze platzt die Außenhaut des Stammes auf und darunter kommt eine beigebraune Bastschicht zum Vorschein.

Bild 2 Dracaena draco Stamm Oberer Drachenbaum-Stamm mit rötlichen Blattansätzen. Da es sich um ein älteres Exemplar handelt, fehlt die grüne Stammfärbung junger Pflanzen.

Bild 3 Dracaena draco Stamm Mittlerer Teil des Stammes mit silbriger Farbe und rötlichen ehemaligen Blattansätzen.

Anzucht

Einstämmige Drachenbäume können durch Samen oder Abmoosen gewonnen werden. Nach Auflaufen des Samens wird sehr früh in größere Körnung umgetopft und dann weiterkultiviert. Bleibt der untere Teil des Stammes beim Wachstum zu dünn, muß der Stamm ggf. durch Abmoosen unterhalb der Krone gekürzt werden, um ein Umkippen der Pflanze zu verhindern.

Von einem ausgeschossenen Stammstück können Stecklinge gewonnen werden. Dazu werden die ausgeschossenen Triebe abgeschnitten, wenn sie ca. 15 - 20 cm lang sind. Alternativ können die Pflänzchen vorab zur Ausbildung von Wurzelansätzen angeregt werden, indem man den Ansatz anschneidet. Nach dem Trennen und dem Entfernen der unteren Blätter kann man die Pflanzen entweder für einige Zeit in Wasser stellen oder direkt einpflanzen. Zum Schutz vor Verdunstung kann eine durchsichtige Plastiktüte über die gesamte Jungpflanze gestülpt werden. Diese muß allerdings ab und an leicht gelüftet werden, um den Gasaustausch zu sichern.

Von der für kleine Stecklinge möglichen Methode, die Jungpflanzen einfach komplett abzuschneiden und anschließend in Wasser oder Substrat zu bewurzeln muß bei größeren einstämmigen Pflanzen abgeraten werden. Die Wurzelbildung dauert zu lange und es gehen in dieser Zeit zu viele Blätter verloren.

Weiterkultur und Pflege

Gießen

Drachenbäume sind recht genügsam. Sie mögen jedoch keine längere Trockenheit. Wird zu lange nicht gegossen, vertrocknen die unteren Blätter und der Stamm wird kahl. Bei größeren Bäumen dauert der Wassertransport in die oberen Pflanzenteile derart lange, daß auch dann noch Blätter vertrocknen können, wenn längst wieder gegossen wurde. Bei Trockenheit legt die Pflanze zunächst ihre Blätter eng an den Stamm, um sie vor Verdunstung zu schützen. Leider zeigt der Drachenbaum bei zu viel Nässe dasselbe verhalten, so daß man gut aufpassen muß, ob nicht der Wasserstandsanzeiger eventuell hakt.

Das Gießwasser sollte unbedingt Raumtemperatur haben. Kaltes Wasser verursacht einige Tage nach dem Gießen Blattflecken, die zunächst hell mit dunklem Nukleus (Kern) sind und später rotbraun. Die teilweise kreisrunden oft leicht erhobenen Flecken können ohne näheres Hinsehen leicht mit Schildlausbefall verwechselt werden. Durch kaltes Gießwasser entstandene Schäden sind irreparabel.

Düngen

Gedüngt wird normal. Lewatit HD5 wird ohne weiteres vertragen.

Umtopfen

Der Drachenbaum sollte immer einen ausreichend großen Topf haben, damit die Krone nicht Übergewichtig wird. Pflanzen mit unten zu dünnen Stämmen können durch Abmoosen verkürzt werden .

Abmoosen

Das Abmoosen sollte dort erfolgen, wo der Stamm dicker wird - meist kurz unterhalb der untersten Blätter. Der Stamm wird dazu zur Hälfte eingeschnitten oder gesägt und etwas Plastik (z. B. von einem Frischhaltebeutel) oder ein Holzstab zwischen die Schnittstellen gefügt, damit diese nicht wieder zusammenwachsen. Um den Stamm oberhalb der Schnittstelle wird ein aufgeschnittener Frischaltebeutel so gebunden, daß sich eine Tüte bildet, die man mit grobem Hydro-Substrat und etwas Wasser füllen kann. Danach wird die Tüte um den Stamm locker zugebunden.

Schon nach wenigen Wochen haben sich ausreichend Wurzeln gebildet, um den oberen Teil der Pflanze komplett vom unteren Stamm zu trennen und neu einzutopfen. Der Rest der Pflanze kann als Stammstück stehen bleiben. Nach einigen Wochen bei knappem Wasserstand schießt er an den Schnitträndern neu aus.

Die Abgemooste Pflanze sollte bis zur völligen Durchwurzelung des Substrates möglichst wenig bewegt werden, damit sie nicht schief wird oder gar aus dem Topf herauskippt. Auf dem Boden aufliegende Blätter sorgen für zusätzliche Stützung und sollten nicht entfernt werden. Zusätzliche Stützung kann durch außen am Topf festgebunden Stäbe erreicht werden Der Kopf wird dann lose an diesen befestigt. Auf keinen Fall dürfen Holz- oder Metallstäbe in das Substrat gesteckt werden.

Sammlungsexemplar

Ich selbst besitze einen Drachenbaum, den ich vor mehr als 20 Jahren aus Samen gezogen habe. Da der Stamm zunächst unten immer zu dünn blieb, mußte ich die in Pflanze in den ersten Jahren zwei- oder dreimal abmoosen, bevor der untere Teil des Stammes mitwuchs.

Weil ich nicht rechtzeitig ein großes Bodengefäß beschaffen konnte, kippte der inzwischen fast drei Meter hohe Baum zu Beginn des Jahres 2003 um und stürzte gegen ein Fenster. Dabei brach die Spitze der Krone glatt ab. Obwohl die Pflanze danach ziemlich ramponiert aussah, topfte ich sie um und wartete ab, was geschehen würde. Die abgebrochene Spitze versuchte ich zu bewurzeln, was aber mislang.

Auch nach dem Umtopfen legte der Baum zunächst seine Blätter immer mehr an, und es schien zunächst so, als ob er eingehen würde. Ein Versuch, eine Jungpflanze an der Spitze auszubilden, war ihm mißlingen.

Bild 4 Dracaena draco mit abgebrochener Spitze Abgebroche Spitze. Nur in der großen Ansicht zu erkennen ist am unteren linken Rand der Bruchstelle der Versuch eines Austriebs.

Nur drei Monate Später stellt ich dann fest, daß an der anderen Seite der Bruchstelle ein dicker grüner Buckel auftauchte, während sich die Bruchstelle selbst mit einem Netz aus dunklen Harz-Tropfen überzogen hatte. Nach wenigen Tagen entfaltete sich aus dem Buckel ein stumpfes Blatt. Gleichzeitig wölbte sich die Bruchstelle immer mehr.

Bild 5 Dracaena draco Neuaustrieb 1 Austrieb an der gegenüberliegenden Seite nach drei weiteren Monaten. Deutlich zu sehen, die Krümmung der Bruchstelle.

Bild 6 Dracaena draco Neuaustrieb 2 Hier ist der Austrieb etwas größer abgebildet. An dieser Seite ist die Bruchstelle besonders stark verharzt. Im Hintergrund der rote Blattgrund eines älteren Blattes

Bild 7 Dracaena draco Neuaustrieb 3 14 Tage später haben sich die ersten Blätter aus der neuen Spitze entfaltet.

Was im Juni noch Vermutung war, bewahrheitete sich in den folgenden Monaten immer mehr: Nach dem vergeblichen Versuch, am Rand der Bruchstelle eine neue Jungpflanze auszubilden, versuchte der Drachenbaum, seine alte Spitze zu ersetzen. Die neuen Blätter wuchsen schnell auf die Länge erwachsener Pflanzen und der Austrieb erreichte bis Dezember - also nur sechs Monate nach dem Auftauchen des grünen Knubbels - eine Dicke, die fast dem Durchmesser des Stammes entsprach.

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letzte Änderung 2004-01-04 15:19:44

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