Die FAQ zu Hydrokultur ist in zwei Abschnitte geteilt: Allgemeine Fragen und Fragen zum Pflanzenschutz.
Gepflegt wird die FAQ von Jutta Wrage. Das Original ist immer unter der Adresse http://witch.muensterland.org/wiki/hydrokulturfaq.html zu finden.
Inhalt:
- 1 Allgemeines zur Hydrokultur
- 1.1 Was ist eigentlich Hydrokultur?
- 1.2 Kann man Erdpflanzen auf Hydrokultur umstellen?
- 1.3 Kann man Hydropflanzen auf Erde umstellen?
- 1.4 Welche Gefäße eignen sich als Obergefäße?
- 1.5 Was ist ein PH-Wert und welche Bedeutung hat er für Hydropflanzen?
- 1.6 Was ist das für ein weißer Belag auf dem Substrat in meinen Töpfen?
- 1.7 Aus dem Topf stinkt es verfault. Was ist die Ursache?
- 1.8 Wie gieße ich richtig?
- 1.9 Ist Hydrokultur nicht viel teurer als Erdkultur?
- 1.10 Gibt es Anfängerpflanzen?
- 1.11 Kann man auch direkt in Hydrokultur aussäen?
- 2 Pflanzenschutz
- 3. Diskussionsgruppen
1 Allgemeines zur Hydrokultur
1.1 Was ist eigentlich Hydrokultur?
Hydrokultur (engl. auch Hydroponics oder neuerdings Hydroculture) ist das Halten von Pflanzen in Wasser. Die Pflanze selbst steht dabei nicht direkt im Wasser sondern in einem Kulturtopf mit einem Substrat wie Blähton oder Kies. Die Wurzeln reichen dabei bis in das Wasser (Nährlösung) im umgebenden Übertopf. Da Pflanzen nur von Wasser nicht leben können, wird dem Wasser Flüssigdünger oder Ionenaustauscherdünger zugegeben.
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1.2 Kann man Erdpflanzen auf Hydrokultur umstellen?
Ja, bis zu einer gewissen Größe kann man Erdpflanzen noch auf Hydrokultur umstellen. Da für die Umstellung ein vollständiges Ausspülen von Erdresten aus dem Wurzelwerk erforderlich ist, ist die maximale Pflanzengröße für eine Umstellung davon abhängig, ob das Reinigen der Wurzeln noch ohne Beschädigung der Pflanze möglich ist. Gut geeignet für eine Umstellung sind Pflanzen mit wenigen, stabilen Wurzeln wie Philodendron, Drazänen u. ä.
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1.3 Kann man Hydropflanzen auf Erde umstellen?
Die Umstellung von Hydropflanzen auf Erde ist nur bedingt möglich. Dies hängt vor allem damit zusammen, daß die Struktur der Wurzeln beim Wachsen in Hydrokultur sehr anders ist. In Erdkultur werden auch sehr viel mehr und feinere Wurzeln ausgebildet. Die Wasserwurzeln der Hydrokulturpflanze sind nicht oder kaum in der Lage, genügend Wasser und Nährstoffe aus Erde aufzunehmen. Ob eine Umstellung möglich ist, hängt also vor allem davon ab, wie schnell eine Pflanze neue Erdwurzeln ausbilden kann.
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1.4 Welche Gefäße eignen sich als Obergefäße?
Als Obergefäße eigenen sich im Prinzip alle wasserdichten, lebensmittelechten, lichtundurchlässigen Gefäße. Wenn man sie mit einer lichtundurchlässigen Umhüllung versieht, eigenen sich auch Einmach- oder Marmeladengläser. Tongefäße sollten von innen lackiert oder beschichtet sein.
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1.4.1 Muß ich bei den Obergefäßen die Form beachten?
Die Form der Gefäße spielt auch eine Rolle. Es muß sichergestellt sein, daß die Form den Luftaustausch nicht behindert und der passende Platz für den notwendigen Wasservorrat vorhanden ist. Obergefäße, die keinen Platz zwischen Kulturtopf (Innentopf) und Obergefäß lassen, sind ungeeignet. Der Innendurchmesser sollte je nach Größe an jeder Stelle zwischen 1 und 4 cm größer sein als der des Kulturtopfes. Bei Hydrokultur alter Art, bei der das Kulturgefäß im Obertopf hängt, muß die Belüftung durch das Kulturgefäß oder am Rand zwischengelegte Streichhölzer o. ä. gewährleistet sein.
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1.5 Was ist ein PH-Wert und welche Bedeutung hat er für Hydropflanzen?
Der PH-Wert gibt an, wie sauer oder basisch (alkalisch) etwas ist. Zum Messen gibt es zum einem PH-Papier und zum anderen spezielle Meßgeräte. PH-Papier wird einfach mit der Flüssigkeit benetzt, deren PH-Wert bestimmt werden soll. Verfärbt es sich nicht, ist bei den meisten Papieren der neutrale Zustand, die Flüssigkeit ist weder basisch noch sauer. Beim standardmäßig verwendeten Papier zeigt rötliche Verfärbung sauer an und grünliche basische Werte.
Verschiedene Pflanzen haben unterschidliche Ansprüche an den PH-Wert der Erde oder des Wassers. Dabei ist die Wirkung nicht einseitig, d. h. daß die Pflanze durch Stoffe, die sie über die Wurzeln oder fallendes Laub oder Nadeln abgibt, auch selbst Einfluß auf den PH-Wert nimmt.
Sowohl für Hydrokultur als auch für Erdkultur spielt der PH-Wert eine Rolle. Er bestimmt, was gedeiht und was sich in der Nachbarschaft verträgt. Pflanzen, die einen niedrigen PH-Wert benötigen, vertragen sich nicht mit Pflanzen, die einen hohen PH-Wert benötigen.
In einigen Pflanzenbüchern kann man Listen mit den unterschiedlichen optimalen PH-Werten für eine Reihe von Pflanzen finden. Will man Pflanzen zusammen in ein Gefäß setzen, sollte man vorher nachsehen, ob sie sich auch vertragen (dies gilt allerdings auch für den unterschiedlichen Nährstoffbedarf und nicht nur für den PH-Wert).
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1.6 Was ist das für ein weißer Belag auf dem Substrat in meinen Töpfen?
Auf dem Substrat bildet sich ein weißer Belag, wenn es zu Aussalzungen kommt. Ursachen können zu hohe Wasserverdunstung oder Überdüngung sein. Auch bei Verwendung von Ionenaustauscherdünger kann es zu Aussalzungen kommen. Im Normalfall ist das Salz unschädlich und man kann einfach die oberste Schicht des Blähtons entfernen, um den Belag loszuwerden. Abhilfe bringt ansonsten der Einsatz von weniger Dünger (vor allem im Winter).
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1.7 Aus dem Topf stinkt es verfault. Was ist die Ursache?
Bei übermäßigem Gießen kann es zu Fäulnis kommen. Der Wasserstand sollte nicht gleichmäßig auf Optimum gehalten werden sondern vor dem Gießen völlig absinken. Eine weitere Quelle für Fäulnis können abgestorbene Pflanzenteile oder Erdreste von der Umstellung sein. Bei Einsatz von Ionenaustauscherdünger ist meist auch der Dünger schon seit einiger Zeit verbraucht, wenn es zu Fäulnis im Wasser kommt. In jedem Fall verbraucht er sich aber schneller, wenn Fäulnis auftritt. Dabei nimmt er einen gewissen Anteil an Abfallstoffen aus dem Fäulnisprozeß auf und wird schwarz.
Abhilfe: Topf reinigen, abgefaulte Wurzeln entfernen und Pflanze spülen, dann neu eintopfen und düngen und eine Weile recht knapp mit Wasser halten.
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1.8 Wie gieße ich richtig?
Bei den meisten Pflanzen wird bis zum Optimum gegossen und dann erst wieder, wenn das Wasser völlig verbraucht ist. Je nach Wasserverbrauch ist das etwa ein bis drei Tage nach dem Absinken des Wasserstandsanzeigers auf Minimum der Fall. Verwendet man Ionenaustauscherdünger, so kann man nach Hochnehmen des Kulturtopfes sehen, wann der Dünger nur noch feucht und kein oder kaum Wasser mehr zu sehen ist.
Kakteen, Orchideen und andere Pflanzen, die auch in Erde sehr trocken gehalten werden, benötigen nur einen Wasserstand bis ca. zur Hälfte vom Optimum.
Faustregel für die Gießmenge: Das Wasser sollte nach ungefähr 14 Tagen verbraucht sein.
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1.9 Ist Hydrokultur nicht viel teurer als Erdkultur?
Zu Beginn mag das zutreffen, wenn man neue Hydrogefäße kauft und nicht ggf. auch andere Gefäße verwendet. Auf die Dauer gleicht sich der Aufwand gegenüber Erdkultur dadurch aus, daß die Pflanzen lange in den gleichen Töpfen verbleiben können (kein Austausch verkalkter Tontöpfe nötig) und die Töpfe beliebig oft wiederverwendet werden können. Auch das Substrat (Blähton) kann - sofern gut gereinigt und abgekocht - wiederverwendet werden. Lanzeitdünger als weiterer Kostenfaktor ist in Großpackungen wesentlich günstiger als in Kleinpackungen.
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1.10 Gibt es Anfängerpflanzen?
Es gibt eine Reihe pflegeleichter Anfängerpflanzen. Darunter sind vor allem die, die auch in Erde besonders leicht zu ziehen sind. Berücksichtigt man auch die Eignung für verschiedene Standorte, so empfehlen sich unter anderem die Grünlilie (Chlorophytum) und die Efeutute (Epipremnum oder Scindapsus). Beide wachsen schnell und vertragen unterschiedlichste Lichtverhältnisse. Zudem haben sie den Vorteil, daß sie zur Luftreinhaltung beitragen.
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1.11 Kann man auch direkt in Hydrokultur aussäen?
Die Anzucht aus Samen direkt in Hydrokultur ist möglich. Bei kleinen Samen werden dazu flache Schalen benutzt und bei großen Samen (ab ca. 5 mm Durchmesser kann die Aussaat in in Anzuchttöpfchen von ca. 6 cm Durchmesser erfolgen. Wie bei Erdkultur werden Lichtkeimer offen ausgesät und nur wenig oder garnicht mit Substrat bedeckt und Dunkelkeimer ausreichend mit Substrat oder einer lichtundurchlässigen Abdeckung versehen.
Wichtig ist, daß die Samen ausreichend Feuchtigkeit erhalten. Die Auswahl des Substrates hängt von der größe der Samen ab. Für Kakteensamen benötigt man sehr feines Substrat (hier haben auch Experimente mit chemisch reiner Katzenstreu zu guten Ergebnissen geführt), während man z. B. für Palmensamen oder Zierbananen gröberes Substrat mittlerer Körnung benötigt.
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2 Pflanzenschutz
2.1 Im Wasser schwimmen so viele kleine weiße Tiere, die ab und an hüpfen. Was ist das und wie kann ich die Tiere beseitigen?
Wenn aus dem Wasser kleine weiße längliche 1-1,5 mm lange Tierchen schwimmen, die hüpfen können, so handelt es sich um Springschwänze. Springschwänze sind eine sehr alte Tierart und an der Zersetzung von Pflanzenresten beteiligt. Die Ursache für ihr Auftreten in Hydrokultur sind meist nicht vollständig ausgespülte Erdreste nach der Umstellung oder zu hoher Wasserstand. In Hydrokultur richten Springschwänze meist wenig Schaden an, da sie sich von abgestorbenen Pflanzenteilen ernähren. Wenn sie überhand nehmen, können sie aber auch den lebenden Wurzeln schaden.
Bei den meisten Hydropflanzen kann man Springschwänze beseitigen oder zumindest vermindern, wenn man dem Wasser einen Tropfen normales Spülmittel ohne problematische Zusätze oder (besser) etwas Betaintensid zusetzt und dann den Wasserstand bis zum Topfrand auffüllt (kein kaltes Wasser). Nach einiger Zeit nimmt man den Kulturtopf vorsichtig heraus und kippt das Wasser weg. Danach sollte man das Substrat mit Wasser durchspülen und dann den Kulturtopf bei niedrigem Wasserstand wieder ins Obergefäß setzen.
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2.2 Was mache ich gegen Thripse?
Thripse sind wasserscheu und können durch wöchentliches Duschen der gesamten Pflanze mit zimmerwarmen Wasser gut beseitigt werden, wenn man die Prozedur über mehrere Wochen wiederholt und dabei auch auf die Blattunterseiten achtet. Zum Duschen wird die Pflanze aus dem Kulturtopf entnommen und anschließend wieder eingesetzt.
2.3 Was mache ich gegen Spinnmilben?
Spinnmilben (gewöhnliche Spinnmilbe) vermehren sich besonders gut bei trockener Luft und können manchmal durch regelmäßiges Abduschen beseitigt werden. Wirksamer ist aber der Einsatz von Raubmilben (Karten zum Bestellen gibt es im Gartenhandel). Voraussetzung für den erfolgreichen Einsatz von Raubmilben ist, daß vorher keine chemischen Mittel angewandt wurden und ausreichend Schädlinge vorhanden sind, damit sich die Raubmilben anfänglich vermehren können.
Raubmilben werden auf Bohnenblättern geliefert und müssen sofort nach Erhalt ausgebracht werden. dazu werden die Bohnenblätter gut in den befallenen Pflanzen in der Nähe der Schädlinge verteilt. Die Raubmilben vermehren sich schnell und fressen zunächst alle Spinnmilben, dann deren Eier und Larven. Zuletzt fressen sie erst ihre eigene Brut und dann sich gegenseitig. In Gewächshäusern stellt sich ein Gleichgewicht zwischen Schädling und Nützling ein, in Zimmerkultur sind am Ende der Behandlung beide verschwunden, wenn zu Beginn ausreichend Schädlinge vorhanden waren.
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2.3 Haben Pflanzen in Hydrokultur seltener Schädlinge?
Über diese Frage scheiden sich die Geister. Tatsache ist, daß über Blumenerde keine Schädlinge eingeschleppt werden können. Tatsache ist auch, daß das richtige Gießen und düngen in Hydrokultur wesentlich einfacher ist. Und es ist ja bekannt, daß eine gesunde Pflanze weniger anfällig gegen Schädlinge und Krankheiten ist.
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3. Diskussionsgruppen
3.1 Gibt es eine Newsgroup zur Hydrokultur?
Eine eigene Gruppe zu Hydrokultur gibt es im deutschsprachigen Usenet unter der Hierarchie de.* nicht. In der Gruppe de.rec.garten wird aber auch über Zimmerpflanzen und Hydrokultur diskutiert. Die Newsgroup ist auch Quelle für viele Fragen aus der FAQ.
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3.2 Gibt es eine Mailingliste zu Hydrokultur?
Es gibt eine Mailingliste speziell zu Fragen der Hydrokultur. Ein Einschreiben in die Mailingliste ist unter der Adresse http://www.westfalen.de/cgi-bin/mailman/listinfo/hydrokultur möglich.
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3.3 Wo kann man die Antworten in der FAQ diskutieren?
Über die FAQ kann in der Newsgroup de.rec.garten und in der genannten Mailingliste diskutiert werden.
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letzte Änderung 2004-12-29 19:10:08
