Inhalt:

1 Erdpflanzen

Mein größtes Sorgenkind war 2001 ein großer Ficus Benjamin in einem Tontopf von ungefähr 35 cm Durchmesser. Hier hat sich die Bewässerung mit Blumat bewährt, das ich zum ersten mal ausprobiert habe.

1.1 Blumat

Die Stecker werden eine Tag gründlich gewässert und dann gefüllt mit Wasser in die Erde gesteckt. Bei einer so großen Pflanze braucht man zwei bis drei Stück. Nach dem Aufstecken des Deckels auf die Bewässerer hängt man deren Schlauchenden in eine gefüllte Kanne (Eimer) mit Wasser.

Durch die Kapilarwirkung in den Tonspitzen der Bewässerer wird das Wasser, das an die Erde abgegeben wird, nachgezogen. Im Bewässerer entsteht so ein Unterdruck. Is dieser groß genug, so wird durch den Schlauch neues Wasser nachgesogen.

Die Wasserabgabe ist davon abhängig, wie hoch das Wassergefäß steht und wie stark es gefüllt ist. Man muß also eigentlich die Bewässerung ein paar Wochen vor dem Urlaub ausprobieren, damit die Pflanzen nicht "versaufen".

In vorhergehenden Jahren habe ich auch schon andere Methoden der Langzeitbewässerung ausprobiert (Wollfaden u. ä.). Die Blumat-Bewässerung hat mich aber als erste wirklich überzeugt. Nachteil ist jedoch bei längerem Einsatz, daß sie verstopfen können. Sauberes Wasser lichtgeschütztes Wasser und eine gute Reinigung der Gerätschaften sind Voraussetzung für diese Methode der Bewässerung.

Urteil Blumat: Empfehlenswert, aber Vorbereitungszeit nötig.

1.2 Gardena Bewässerungssystem

Siehe hierzu den entsprechenden Abschnitt unter Hydrokultur.

2 Hydrokultur

Bei Pflanzen mit geringem Wasserbedarf reicht es (sofern die Pflanzen das abkönnen), den Wasserstand am letzten Tag auf Maximum einzustellen. Wenn das nicht reicht, gibt es als erstes die Möglichkeit, einen Übertopf (Schüssel oder Eimer gehen auch) mit größerem Durchmesser zu wählen und die Pflanze für den Urlaub in diesen umzuquartieren.

Reichen diese beiden Möglichkeiten nicht aus, weil die Pflanzen z. B. zu groß sind, dann haben sich andere Methoden bewährt:

2.1 Nebengefäß mit Überlaufschlauch.

Ein Eimer oder eine Schüssel werden neben den Topf gestellt. Der Wasserstand darf dabei den maximalen im Topf nicht überschreiten. Mit einem dünnen Schlauch wird aus dem Gefäß Wasser angesogen und das Schlauchende unter die Wasseroberfläche im Topf gehalten. Ist im Schlauch keine Luft, so stellt sich nach einiger Zeit in beiden Gefäßen der gleiche Wasserstand ein.

Bei der Methode muß man darauf achten, daß der Schlauch dicht ist und auf jeden Fall während der ganzen Zeit an beiden Enden unter der Wasseroberfläche ist. Außerdem darf das Zweitgefäß nicht höher als das mit der Pflanze stehen.

2.2 Hydrotank

Bei einem Zyperngras, das in Hydrokultur derart gewachsen ist, daß es innerhalb von zwei Jahren zu einem riesigen Busch herangewachsen ist, hatte ich das Problem, daß der reguläre Wasserbedarf bis zu einem Liter pro Tag betrug. Zunächst einmal habe ich mir den größten Übertopf besorgt, den ich bekommen konnte. Ein großes achteckiges Bodengefäß war leider nicht zu bekommen und so nahm ich die nächst kleinere Größe, ein rundes Standgefäß. Neben der Pflanze war so noch Platz genug für einen Hydrotank.

Der Hydrotank besteht im Kern aus einem Zylindrischen Plastikbehälter, der nur ein Loch hat, in das man Wasser einfüllt und durch das nach drehen das Wasser wieder abgegeben wird, wenn man die Öffnung nach unten dreht. Der Trick hier ist, daß genau wie bei den Blumat-Bewässerern ein Unterdruck im Tank entsteht. Dieser Unterdruck verhindert, daß das Wasser im Tank komplett ausläuft. Es wird immer nur dann Wasser abgegeben, wenn der umgebende Wasserstand so tief abgesunken ist, daß durch das nach unten gedrehte Loch nicht nur Wasser ausfließen sondern auch Luft eindringen kann.

Der von mir eingesetzte Tank faßte zwei Liter Wasser. Den Übertopf füllte ich zusätzlich möglichst hoch mit Wasser auf, so daß der Pflanze etwa 7 Liter Wasser für die Urlaubszeit zur Verfügung standen. Um den Bedarf zu senken, stellte ich den Topf vom Fenster weg weit nach hinten ins Zimmer. Da ich den Verbrauch des Wassers im Übertopf nicht reduzieren konnte, stellte ich den Hydrotank auf minimale Wasserabgabe ein.

Am Ende des Urlaubs waren zwar viele Blätter des Zyperngrases vertrocknet, die Hälfte aber zumindest teilweise noch grün, so daß sich die Pflanze schnell wieder erholte. Ohne den Wasservorrat im Tank wäre nach dem Urlaub alles vertrocknet gewesen.

Ich habe den Hydrotank unter absoluten Extrembedingungen getestet. Seine Vorteile dürfte der Tank erst richtig ausspielen können, wenn man Pflanzen hat, deren Wasserverbrauch hoch ist, die aber gleichzeitig einen niedrigen Wasserstand benötigen. Bei solchen Pflanzen ist das Auffüllen eines Hydrogefäßes bis Maximum extrem kritisch, und es kann passieren, daß sie bereits Schaden erleiden, bevor der Wasserstand auf Optimum (bei Kakteen die Hälfte davon) abgesunken ist. Hier dürfte der Hydrotank die Methode der Wahl für den Urlaub oder für Vergeßliche, die Pflanzen gern vertrocknen lassen, sein.

Zwei Nachteile habe ich feststellen können: Durch den zusätzlichen Tank müssen die Übergefäße größer sein und man kann leider nur am Anfang sehen, wieviel Wasser noch im Tank ist. Wie man die Tankkonstruktion so verändern könnte, daß man sieht, wieviel Wasser noch enthalten ist, dazu habe ich allerdings auch wenig Ideen. Bei den kleineren Tanks ist allerdings leichter zu erkennen, wann der Wasservorrat erschöpft ist.

Mein Urteil zum Hydrotank: Empfehlenswert, aber nicht unbedingt billig.

2.3 Gardena Urlaubsbewässerung

Bei der Urlaubsbewässerung von Gardena kommen ein Vorratsgefäß, eine Pumpe, Verteiler und viele Schläuche zum Einsatz. Das System eignet sich gleichermaßen für die Bewässerung von Erdpflanzen und für die Wassernachfuhr bei Hydrokulturpflanzen.

Das Netzteil für die Pumpe ist mit einer Zeitschaltuhr ausgerüstet, die alle 24 Stunden für eine Minute die Stromversorgung für die Pumpe für eine Minute einschaltet. Die erste Bewässerung findet dabei statt, wenn das Netzteil mit der Steckdose verbunden wird.

Aufbau des Systems:

Die Pumpe ist mit drei Öffnungen ausgestattet, an die man Schläuche für die Versorgung von Verteilern anschließen kann. Ist eine Öffnung nicht belegt, so wird sie verschlossen. Es gibt drei verschiedene Verteiler mit unterschiedlichem Wasserdurchlaß. So können Pflanzen mit unterschiedlichem Bedarf versorgt werden.

An die Verteiler werden dünnere Schläuche, die zu den zu versorgenden Pflanzen führen, angeschlossen. Das Ende bei der Pflanze wird in einen Halter, der bis zu drei Schlauchenden aufnehmen kann, eingesteckt. Der Halter wiederum wird so in die Erde oder das Substrat gesenkt, daß aus den Schläuchen austretendes Wasser in den Topf fließt oder tropft.

Wenn man der eingebauten Schaltuhr nicht traut oder andere Abstände zwischen den Bewässerungen vorzieht, kann an dem Gerät eine externe Zeitschaltuhr vorschalten. Die ist deshalb möglich, weil die erste Wasserzufuhr immer erfolgt, wenn die Verbindung zum Stromnetz hergestellt wird.

Nachteile: Man muß vorher den minimalen und den maximalen Wasserbedarf einigermaßen korrekt feststellen. Verbrauchen die Pflanzen weniger als das zugeführte Wasser, kann Schaden entstehen. Verbrauchen sie sehr viel mehr, so werden sie vertrocknen. Ein weiteres Problem sind die vielen Versorgungsschläuche, die zu den Pflanzen laufen. Sie stören, solange sich jemand in der Wohnung aufhält und sie können leicht aus den Haltern rutschen, was dann zu einer Überschwemmung führt, weil der Vorratsbehälter leer läuft.

Urteil: Bei gewissenhafter Anwendung und Absicherung für Erde und Hydrokultur gleichermaßen sehr gut geeignet. Leider auch nicht billig.

2.4 Wanne mit Wasser für mehrere Pflanzen

Man kann auch mehrere Pflanzen zusammen in ein größeres Gefäß wie eine Wanne oder eine große flache Schale stellen und diese mit Wasser so weit anfüllen, das es für den Urlaub reicht (maximaler Wasserstand muß dabei natürlich Beachtung finden).

Nachteile der Methode: Die Verdunstung kann bei großer Wärme relativ hoch sein, so daß das Wasser nicht reicht. Die Pflanzen vertrocknen dann alle auf einmal. Ein weiterer Nachteil ist, daß sich Schädlinge leicht auf andere Pflanzen übertragen können.

Nicht zuletzt sei noch darauf hingewiesen, daß nicht alle Pflanzen den gleichen PH-Wert im Wasser gebrauchen können. Man sollte also darauf achten, daß nur Pflanzen mit gleichem PH-Wert im Wasser zusammen in ein Gefäß gestellt werden.

letzte Änderung 2004-01-03 21:13:52

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